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Arbeitsmarkt II

Initiative der Arbeitsagentur für mehr sozialversicherungspflichtige Arbeit

Minijob? – Da geht noch mehr!

Ein neues Faltblatt der Bundesagentur für Arbeit möchte helfen, Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse umzuwandeln. Deshalb zeigt die Broschüre, welche Vorteile alle Beteiligten – also Arbeitgeber wie Arbeitnehmer – davon haben. Die WFL stellt die Initiative unter der Überschrift „Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ vor. 

Was sind Minijobs?

Minijobs sind geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse bis zu einem monatlichen Entgelt von 450 Euro. Sie können auch neben einer weiteren Beschäftigung ausgeübt werden. Mitte 2016 gab es bundesweit 7,4 Millionen geringfügig Beschäftigte. Davon hatten 4,8 Millionen Menschen ausschließlich einen Minijob.

Minijobs sollten - so die Intention des Gesetzgebers - der Schwarzarbeit entgegen wirken sowie nach längerer Erwerbsunterbrechung einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben ermöglichen. Dabei sollte der Minijob auch als Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung dienen. Ein Teil der Minijobber/-innen kann jedoch ohne staatliche Unterstützung den eigenen Lebensunterhalt in der Gegenwart wie später im Alter nicht bestreiten und ist so auf Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen. Der zum Januar 2015 gesetzlich eingeführte Mindestlohn gilt auch für sie. Aus der Grenze von 450 Euro ergibt sich bei einem Mindestlohn von 8,84 Euro (seit 01.01.2017) eine maximale Arbeitszeit von 50,9 Std. pro Monat. 

Rentenversicherung im Minijob

Geringfügig entlohnte Beschäftigte unterliegen in der Rentenversicherung der Versicherungspflicht. In den übrigen Zweigen der Sozialversicherung sind sie versicherungsfrei. Durch die Zahlung des Beitragsanteils zur Rentenversicherung werden vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung erworben. Die Beschäftigungszeit wird also in vollem Umfang für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) berücksichtigt. Die Arbeitgeber/-innen entrichten einen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 %.

Die Minijobber/-innen haben einen Eigenanteil in Höhe von 3,7 % zu tragen. Das ist die Differenz zwischen dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung von derzeit 18,7 % und dem Pauschalbeitrag der Arbeitgeberin/des Arbeitgebers. Lassen sich Beschäftigte von der Rentenversicherungspflicht befreien, zahlen die Arbeitgeber/-innen weiterhin den Pauschalbeitrag.

Der Eigenanteil der Minijobber/-innen entfällt. Die Beschäftigten erhalten dann nur anteilige Beitragsmonate für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten und auch das erzielte Arbeitsentgelt wird bei der Berechnung der Rente nur anteilig berücksichtigt. 

Vom Minijob zum „Midijob“ – es profitieren alle!

Im Gegensatz zu Minijobs bis 450 Euro sind Midijobs versicherungspflichtig. Die Bezeichnung Midijobber/-in wird verwendet, wenn das Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro liegt. Diese Spanne wird als Gleitzone bezeichnet. Eine besondere Beitragsberechnung mildert die Beitragsbelastung für Beschäftigte in Midijobs ab. „Es profitieren die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer und wir wandeln wirklich sozialversicherungsfreie Jobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse um“, sagt Ulrich Elsweier, Geschäftsführer des jobcenter Herzogtum Lauenburg in Mölln.

www.arbeitsagentur.de


Vom „Minijob“ zum „Midijob“ - alle können profitieren!

Die Vorteile für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer listet das neue Informationsblatt detailliert auf. So profitieren die Unternehmer zum Beispiel von einer höheren Produktivität, weil die Arbeitszeit aufgestockt werden kann. Der Mitarbeiter ist zufriedener und wird an den Betrieb gebunden. Arbeitnehmer können durch ein Mehr an Arbeit ihr Einkommen erhöhen und haben eine volle soziale Absicherung bei geringer finanzieller Belastung (einkommensabhängig, linear steigend). Sie erhalten Zugang zu Krankengeld, Arbeitslosengeld und so weiter. Alle weiteren Informationen finden Sie in den beiden pdf „Minijob? Da geht noch mehr!“ und „Hinweise zur Förderung der Umwandlung eines versicherungsfreien in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis“.


Kontakt:

jobcenter Herzogtum Lauenburg 

Alt-Möllner Str. 2 
 23879 Mölln