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Innovation & Digitales I

FabLab Lübeck

Labor für visionäre Technik

Das FabLab Lübeck ist eine offene High-Tech-Werkstatt und bietet Zugang zu Maschinen und Werkzeugen. In FabLabs, die jedem zugänglich sind, werden das Wissen und die Leidenschaft am Forschen und Entwickeln des Einzelnen geteilt - egal, ob jemand den Prototypen für sein StartUp entwerfen möchte, als Uni-Angehöriger an seiner Abschlussarbeit sitzt oder einfach nur Spaß am Tüfteln hat. Die Lübecker Ideenschmiede gibt es seit 2015.

Einführung im FabLab Lübeck

Vor gut vier Jahren in der Lübecker Sedanstraße im Technikzentrum Lübeck gestartet, logiert das FabLab seit Oktober 2015 auf dem Campus der Uni Lübeck im Untergeschoss des Multifunktionszentrums (MFC I, Maria-Goeppert-Straße 1). Bereits 1986 gegründet, ist das Technikzentrum Lübeck (TZL) ein Gemeinschaftsunternehmen der Lübecker Wirtschaft „zur Förderung von Innovation, Wissenstransfer und Unternehmensgründungen“. Es bietet günstig „flexibel-skalierbare Büro-, Labor- und Produktionsräume für innovative Unternehmen“ plus ergänzender Infrastruktur und Service-Leistungen. An drei Standorten in der Hansestadt gibt es in 20 Gebäuden rund 50.000 Quadratmeter professionelle Business-Räume.

Am aktuellen Standort des FabLab bieten auf dem gemeinsamen BioMedTec-Campus von Universität und Fachhochschule Lübeck zehn neue TZL-Gebäude mehr als 20.000 Quadratmeter Nutzfläche für innovative, wissensbasierte Unternehmungen im Hochschulumfeld. Branchen-Schwerpunkte sind hier der Campus-Lage entsprechend Bio-/Medizin-Technik und Informationstechnologien.

Von der Idee zum Produkt

Bjarne Andersen (li.) zeigt Patrick Liebmann seine Entwicklung für eine Orthese für Schlag-anfallpatienten im Rahmen seiner Masterarbeit im Fach Medizinische Ingenieurswissen-schaften. Die flexible Flechtstruktur (hier aus Holz gestanzt) soll den Arm (unter)stützen.

Seit Ende 2016 gibt es den gemeinnützigen FabLab e.V., dessen Mitglieder sich ehrenamtlich um die Wartung und Pflege der Maschinen sowie die Durchführung der diversen Veranstaltungen kümmern. Das TZL stellt die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung. „Im Prinzip bietet das FabLab eine Infrastrukturleistung und animiert dazu, selbst mit den Maschinen umzugehen“, erklärt Patrick Liebmann, Mitarbeiter des TZL und Vorstandsmitglied des FabLab e.V.

Hinter einem FabLab steht als zentrale Idee der Gemeinschaftsgedanke – der Austausch von Ideen und Wissen, die „Community der User“. Der Verein ist offen für alle Interessierten und kann durch Spenden oder eine Fördermitgliedschaft unterstützt werden. Die Maschinen stellt die Lübecker Possehl-Stiftung. Das TZL hilft außerdem durch gezielte Förderprojekte, das FabLab weiter auszubauen und bekannter zu machen.

Professionelle Werkstattumgebung

Laser-Drucker im FabLab

Neben Standard-Werkzeugen wie Bandsäge, Bohrmaschine, Sandstrahlbox und so weiter können im FabLab hochmoderne Geräte wie 3D Drucker, Lasercutter, CNC Fräse und CNC Drehmaschine genutzt werden. Dazu gibt es Messplätze, eine Platinfräse sowie Lötstation und Lötofen. Im April 2017 wurde das Elektroniklabor - kurz eLab – aufgebaut. Als Teil der internationalen FabLab Gemeinschaft werden nach deren Richtlinien kompakte Einführungskurse angeboten, um einen „intuitiven und schnellen Einstieg in die Nutzung der Maschinen zu ermöglichen“. Eine kleine Nutzungsgebühr hilft, die Kosten für Verschleiß und Wartung auszugleichen.

Wer das FabLab Lübeck kennenlernen möchte, hat jeden Freitag zwischen 18 und 22 Uhr beim „Open Lab“ Gelegenheit dazu. „Die Einweisungen an den Maschinen werden alle ein bis zwei Monate angeboten und dauern drei bis vier Stunden. Danach erhält man ein Zertifikat und kann mit den Geräten arbeiten“, so Patrick Liebmann.

Kreativität macht Spaß

Ständige Begleiter aller Aktivitäten im FabLab sind Spaß und Freude am Tüfteln, Probieren, Entwickeln und der Gemeinschaft. So gab es beispielsweise im vergangenen Jahr den ersten „Sumobot Competition“ - ein Wettkampf unter Robotern. Zehn Teams traten vor rund 300 Zuschauern gegeneinander an - NDR und LN berichteten.

Die aktuelle Pläne des FabLab sind:

  • Sumobot Competition Nr. 2 in 2019 
  • FabLab Academy mit Schwerpunkt 3D-Druck für KMUs
  • DesignLab (WeDSGN) mit Schwerpunkt auf die kreative Szene
  • „FabLab aus dem Keller holen“ - Verbesserung der Sichtbarkeit und Vergrößerung der Flächen

www.fablab-luebeck.de

Diese Handprothese ist die Bachelorarbeit von Natascha Koch. Foto: FabLab

Ideenschmiede und High Tech-Werkstatt

Ein FabLab (engl. fabrication laboratory) ist eine offene Werkstatt, die es Privatpersonen ermöglicht, modernste Geräte und Maschinen zu nutzen, um Einzelstücke herzustellen. Die typische Ausrüstung sind 3D-Drucker, Laser-Cutter, CNC-Maschinen, Pressen zum Tiefziehen oder Fräsen, um unterschiedliche Materialien und Werkstücke bearbeiten zu können.

Begründer dieser Idee war 2002 Neil Gershenfeld am Massachusetts Institute of Technology (MIT) – Initialzündung für eine seitdem weltweit wachsende Bewegung. Thematisch gehören FabLabs zum Umfeld von „Open Hardware“ und sind ein Baustein der gegenwärtigen „digitalen Revolution“, was beispielsweise aktuell auf dem Gebiet des 3D-Drucks deutlich wird.

Als soziale Komponente verfolgen FabLabs das Ziel, Menschen den Zugang zu Produktionstechnologien und -wissen zu ermöglichen, denen dies durch Bildung, Alter, wirtschaftliche Situation oder Wohnort nicht ohne weiteres möglich wäre. FabLabs helfen, in Indien, Asien oder Afrika, lokale Probleme zu lösen und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen.

In Industrienationen vermitteln FabLabs technisches Wissen (auch) außerhalb des regulären Schul- oder Hochschulsystems und tragen zu einer Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit bei. FabLabs richten ihre Aktivitäten nach der internationalen „Fab Charter“ aus, in der das Selbstverständnis der Fab Labs sowie deren Leitlinien formuliert sind. 


Kontakt

FabLab Lübeck

allgemein:
www.fablab-luebeck.de

als Wissensdatenbank:
wiki.fablab-luebeck.de

für den Austausch von Projektideen:
forum.fablab-luebeck.de