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Initiative von WFL und jobcenter Herzogtum Lauenburg

Erstausbildung junger Erwachsener

Die WFL engagiert sich zusammen mit dem „jobcenter Herzogtum Lauenburg“ für die Berufsausbildung arbeitsloser junger Erwachsener im Kreis, die das übliche Ausbildungsalter bereits überschritten haben. 25 bis 35-Jährige sollen unter dem Motto „Spätstarter – da geht noch was“ die Möglichkeit erhalten, in ihre berufliche Zukunft zu starten. Gesucht werden von WFL und jobcenter Unternehmen im Lauenburgischen, die dies ermöglichen.

Dieter Hamann von der WFL (links) und Ulrich Elsweier, Geschäftsführer des jobcenters Herzogtum Lauenburg in Mölln.

Die klassische betriebliche Berufsausbildung richtet sich an Schulabgänger. Aufgrund der demographischen Entwicklung reicht die Zahl junger Menschen aber nicht mehr aus, um den ständig wachsenden Bedarf an gut qualifizierten Arbeitskräften zu decken.

Um die Wirtschaft zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit die gemeinsame Initiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ ins Leben gerufen. Wie erfolgreich Ausbildungsspätstarter ihre Chancen nutzen, zeigt die Broschüre der Bundesagentur für Arbeit mit dem gleichnamigen Titel „Da geht noch was“ (siehe pdf unten). 2013 konnten bereits mehr als 30.000 junge Menschen in abschlussorientierte Qualifizierungen und Ausbildungen gebracht werden.

Im WFL-Newsletter sprechen Dieter Hamann / WFL und Ulrich Elsweier, Geschäftsführer des jobcenters Herzogtum Lauenburg, über ihr Engagement auf Kreisebene.

Was ist der Hintergrund für ihre gemeinsame Initiative im Kreis?

ULRICH ELSWEIER: Einen zukünftigen Fachkräftemangel können wir nur verhindern, wenn wir die unterschiedlichsten Chancen ergreifen, um möglichst viele Menschen für eine Arbeitsaufnahme fit zu machen. Eine Maßnahme ist, Ausbildung und Qualifikation voranzutreiben.

DIETER HAMANN: Im Rahmen des „Zukunftsforums Wirtschaft“ hat die Fachgruppe Demografie die Probleme für den Kreis Herzogtum Lauenburg klar benannt: Die Geburtenzahlen gehen zurück und junge Menschen ziehen weg. Der Anteil der unter 20-Jährigen wird deutlich sinken und damit wird die Gruppe der typischen Auszubildenden kleiner.

Welche Personengruppe genau soll durch die Initiative angesprochen werden?

ULRICH ELSWEIER: Im Kreis gibt es Menschen im Alter von 25 bis 35, die Interesse an einer Ausbildung haben. Klar, dabei handelt es sich nicht um Personen mit geradlinigem Lebenslauf. Oft bestehen Defizite, die wir gemeinsam mit den Berufsschulen oder auch einer sozialpädagogischen Betreuung abbauen wollen. Aber wir haben es mit lebenserfahrenen Frauen und Männern zu tun, denen bewusst ist, dass es vermutlich ihre letzte Chance ist, einen richtigen Beruf zu erlernen.

DIETER HAMANN: Indem wir Leute ansprechen, die bereits in der Region verankert sind, sehen wir die Möglichkeit, dass diese nach erfolgreicher Ausbildung hier bleiben und so das Arbeitskräfte-potential stärken.

Klingt einfach. Wo gibt es Probleme?

ULRICH ELSWEIER: Uns fehlen aufgeschlossene Arbeitgeber, die bereit sind, im Rahmen eines Praktikums unsere Bewerber zu testen. Wir halten das Duale Ausbildungssystem auch bei dieser Gruppe für das geeignetste Instrument, um später einen Übergang in die reguläre Beschäftigung zu ermöglichen. Wie wollen Sie solche Arbeitgeber im Kreis finden?

DIETER HAMANN: Wir planen, auf breiter Basis Unternehmen im Kreis das Projekt vorzustellen. Deren Situation, Möglichkeiten und eventuelles Interesse möchten wir durch einen Fragebogen erfassen. Außerdem ist ein Unternehmerfrühstück geplant, um die Initiative vorzustellen.

Was erwartet die Teilnehmer?

ULRICH ELSWEIER: Neben der Vorstellung des Projektes wollen wir interessierten Betrieben vor allem das Gefühl vermitteln, dass sie nicht allein gelassen werden. Wir stellen ein Team von Fachleuten zusammen, um eine ständige Beratung sowohl der zukünftigen Auszubildenden, als auch der Ausbildungsbetriebe sicherzustellen.

Den Fragebogen des jobcenters für Unternehmer finden Sie hier.

AusBildung wird was

Qualifizierte Fachkräfte sind die Basis jedes Unternehmenserfolges und unerlässlich bei der Weiterentwicklung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Doch das Arbeitskräftepotenzial wird sich in Deutschland bis 2025 voraussichtlich um 6,3 Millionen Menschen verringern. 2013 gab es bei uns 9,8 Millionen Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren. 1,5 Millionen (15 %) von ihnen hatten keinen Berufsabschluss.

Die Bundesinitiative „Erstausbildung junger Erwachsener“ möchte 300.000 Arbeitslosen ohne Berufsabschluss zu einer Ausbildung und Arbeit verhelfen.

Interessierte Firmen informieren sich unter www.arbeitsagentur.de oder beim Arbeitgeber-Service unter
Telefon 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Interessierte Arbeitslose wenden sich an ihre Vermittlungsfachkraft oder wählen die
Telefonnummer 0800 4 5555 00 (kostenfrei).

Unternehmerbefragung im Lauenburgischen

Ansprechpartner in Bezug auf den Fragebogen des jobcenters in Mölln ist Gerhard Naucke unter Telefon 04542-855235 oder via Mail unter Gerhard.Naucke@jobcenter-ge.de.