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Einrichtung einer "Fachschule Heilerziehungspflege" am BBZ Mölln

"Zukunft Soziale Berufe"

Durch den gegenwärtigen Paradigmenwechsel in der Behindertenarbeit unter dem Motto „Unser Weg in die inklusive Gesellschaft“ ergeben sich neue fachliche Anforderungen an Berufstätige, Auszubildende und Lehrende. Darum ergänzt das Regionale Berufsbildungszentrum Mölln (BBZ) zum Schuljahr 2013/14 das Berufsschulangebot um die zweijährige Fachschule Heilerziehungspflege. Menschen, die im Bereich ganzheitliche Begleitung, Erziehung, Pflege und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ihre berufliche Erfüllung finden, können sich bewerben.

Der zentrale Begriff der Inklusion – mittlerweile in aller Munde – und die Umsetzung der UN-Konvention hat die Landschaft der Behindertenhilfe verändert (siehe rechte Spalte). Diskussionen von Angehörigen, Betroffenen, Politikern über die UN-Konvention haben ein neues Bewusstsein und Selbstbewusstsein entstehen lassen. Heilerziehungspfleger sind sozialpädagogische Fachkräfte der Behindertenpflege und verantwortlich für die ganzheitliche Pflege, Erziehung und Förderung von Menschen mit Behinderungen aller Altersstufen und Altersgruppen. Sie führen Menschen mit Behinderungen zur größtmöglichen Selbstständigkeit, einem sinnerfüllten Leben und zur Eingliederung in die Gemeinschaft.

 

Berufsbildungszentrum Mölln
Anspruchsvolle Ausbildung

Die Weiterbildung zum staatlich geprüften Heilerziehungspfleger (HEP) richtet sich an Interessierte, die bereits einen mittleren Bildungsabschluss und einen Berufsabschluss wie beispielsweise zum Sozialpädagogischen Assistenten oder als Fachkräfte für Pflegeassistenz erworben haben und sich weiter qualifizieren möchten. Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und breit gefächert. So werden sowohl pädagogische, psychologische als auch gestalterische Inhalte vermittelt, die in Übungen in die Praxis umgesetzt werden.

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in Einrichtungen des Sozial- und Pflegewesens. Nach Abschluss der Ausbildung arbeiten Heilerziehungspfleger zum Beispiel in Wohngruppen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, integrativen Kindertagesstätten, Sonderschulen, Rehabilitationszentren in psychiatrischen Einrichtungen, Kliniken, Unternehmen der Gesundheitsbranche und/oder in Zukunft auch in Schulen, welche die inklusive Beschulung unterstützen.

Mangel an qualifiziertem Personal

Im Kreis Herzogtum Lauenburg gibt es eine Vielzahl von ausgebildeten Fachkräften im Bereich der Sozialpädagogik und der Pflegeberufe. Gleichzeitig zeichnet sich ein Mangel an qualifiziertem Personal im Bereich Heilerziehungspflege in den oben genannten Einrichtungen ab. Durch die Einführung des Bildungsganges Heilerziehungspfleger wird sich das Weiterqualifizierungsangebot für Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich Pflege oder Sozialpädagogik in der Region qualitativ und quantitativ verbessern.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bildungsgangübergreifend die Fachhochschulreife zu erlangen. Dies ist ein zusätzlicher Anreiz für Schüler dieses Bildungsganges, die eventuell noch ein Studium anschließen möchten. Interessierte können sich bis Ende Februar 2013 schriftlich bewerben. Anmeldebögen und Informationsmaterial erhalten Sie im Schulbüro des BBZ Mölln und der Außenstelle Geesthacht sowie auf der Website des BBZ.

Fachschule Heilerziehungspflege am BBZ Mölln

Zugangsvoraussetzungen zu dieser erstklassigen Ausbildung sind der Realschul- oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer in einem für die Heilerziehungspflege förderlichen Beruf. Insgesamt muss eine mindestens zwölfjährige schulische/berufliche Vorbildung nachgewiesen werden. Während die Vollzeitausbildung an der staatlich anerkannten Fachschule für Heilerziehungspflege des DEB in Saalfeld drei Jahre dauert, bietet sie das BBZ in einem zweijährigen Ausbildungsgang an.

www.bbzmoelln.de

IHK zeichnet die besten Azubis aus

Besser gehts nicht

Rund 200 Jugendliche haben 2012 im Kammerbezirk der IHK Lübeck ihre Ausbildungen mit sehr guten Leistungen abgeschlossen. Im Herzogtum Lauenburg wurden ein Dutzend Prüfungen mit der Höchstnote „summa cum laude“ bewertet.

Bei der jährlichen Ehrung der Jahrgangsbesten bat die IHK im September in die Lübecker Petri-Kirche. IHK-Vizepräsidentin Friederike C. Kühn, Ralph Müller-Beck, Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, und IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz-Kleinfeldt überreichten den Absolventen eine Urkunde sowie einen Glaskörper mit eingraviertem Namen.

Vor mehr als 500 geladenen Gästen gratulierte Kühn nicht nur den Ausgezeichneten für ihre überdurchschnittlichen Leistungen, sondern dankte auch ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben, ohne deren Engagement solche Ergebnisse nicht möglich seien. Die Absolventen gehören fortan zu den besten vier Prozent aller Azubis mit abgeschlossener Ausbildung im Kammerbezirk Lübeck. Kühn riet den Ausgezeichneten, sich stetig weiterzubilden. Finanzielle Unterstützung bietet dabei die „Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung“. Diese ist eine Service-Einrichtung der Wirtschaft, die bis zu drei Jahre lang Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro für die Finanzierung anspruchsvoller berufsbegleitender Weiterbildung gewährt.

 

Sehr gute Leistungen in den Abschlussprüfungen 2012 im Prüfbezirk Herzogtum Lauenburg erzielten:

  • Katrin Altenhöner, Ipsos GmbH, 23879 Mölln, Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung
  • Nils Andresen, GEA Tuchenhagen GmbH, 21514 Büchen, Industriemechaniker
  • Chris Carsten Block, Kneese Erlebniseinkauf gGmbH, 21502 Geesthacht, Kaufmann im Einzelhandel
  • Stephanie Gurk, GALAB Laboratories GmbH, 21502 Geesthacht, Chemielaborantin
  • Georg Haffner, gat Gesellschaft für Automatisierungstechnik mbH, 21502 Geesthacht, Elektroniker für Betriebstechnik
  • Linda Hottas, HOLD Mode Vetriebs GmbH, 23879 Mölln, Kauffrau im Einzelhandel
  • Julia Krause, EDEKA Nord SB-Warenhaus GmbH, 23909 Ratzeburg, Verkäuferin
  • Viktoria Miheeva, Schuh Armbruster, ZNL der Eggers Schuh + Sport GmbH, 21493 Schwarzenbek, Kauffrau im Einzelhandel
  • Hanno Müller, ATR Landhandel GmbH & Co. KG, 23909 Ratzeburg, Müller
  • Andrej Panov, Heidenreich & Harbeck AG, 23879 Mölln, Zerspanungsmechaniker
  • Philipp Saeftel, H. Schoppe & Schultz GmbH & Co. KG, 23909 Ratzeburg, Fachkraft für Lebensmitteltechnik
  • Dana Wilke, EPM-Concept Marktververanstaltungen GmbH, 23847 Groß Boden, Veranstaltungskauffrau

Soziale Inklusion

Der pädagogisch-soziologische Ansatz der (sozialen) "Inklusion" (lat. includere = beinhalten, einschließen) akzeptiert den Menschen in seiner Individualität. Jeder soll in vollem Umfang an der Gesellschaft teilhaben und teilnehmen können. Dieses Recht wird sozialethisch begründet und bezieht sich auf sämtliche Lebensbereiche, in denen sich alle barrierefrei bewegen können sollen. Individuelle Unterschiede und Abweichungen werden in ihrer Bedeutung eingeschränkt oder aufgehoben.

Inklusion beschreibt dabei die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne dass dabei Normalität vorausgesetzt wird. Normal ist vielmehr die Vielfalt, das Vorhandensein von Unterschieden. Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen. Vielmehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf ihre Art wertvolle Leistungen erbringen.

4. Fachkräfte-Kongress der IHK

So denkt der Nachwuchs

Abwechslungsreiche Tätigkeiten, gute Aufstiegschancen, ausreichende Weiterbildungsmöglichkeiten und ein krisensicherer Arbeitsplatz – so lauten die Erwartungen junger Nachwuchskräfte an die regionale Wirtschaft. Auf dem von der IHK zu Lübeck initiierten 4. Kongress „Fachkräfte für den HanseBelt“ präsentierten Schüler, Auszubildende und Studenten Ende Oktober unter dem Motto „Wirtschaft fragt – Jugend antwortet“ ihre Vorstellungen an ein modernes Arbeitsumfeld.

Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Schülern und angehenden Nachwuchskräften gab konkrete Antworten auf die Fragen, worauf die Jugendlichen bei der Arbeitsplatzsuche besonders achten und was ein Arbeitgeber bieten sollte.

Verantwortung und Familie

Neben einem krisensicheren Arbeitsplatz, dem Gehalt und angemessenen Urlaubstagen nannten die Teilnehmer der Umfrage vor allem eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die Ausstattung des Arbeitsplatzes und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als wichtigste Parameter für die Arbeitsbedingungen. Bei der Unternehmenskultur rangieren auf den ersten Plätzen: Angenehmes Arbeitsklima und ein gutes Verhältnis zu Vorgesetzten. Immerhin können sich laut Umfrage 43 Prozent der befragten Schüler, Azubis und Studenten vorstellen, nach Abschluss ihrer Ausbildung in Lübeck und Umgebung zu arbeiten.

www.ihk-schleswig-holstein.de