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Zukunftsforum Wirtschaft Herzogtum Lauenburg

Interview mit WFL-Geschäftsführer Werner Hesse

Als gemeinsame Initiative von Stiftung Herzogtum Lauenburg, WFL und Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) hat das Zukunftsforum Wirtschaft zur Stärkung des Standortes Herzogtum Lauenburg drei Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Diese sollen zu den Themen Demografie, Energiewende und Service/Lebensqualität in einem fast einjährigen Prozess Ideen erarbeiten, die auf vier weiteren Veranstaltungen präsentiert werden. Im Oktober 2013 werden die Ergebnisse bilanziert.

WFL-Geschäftsführer Werner Hesse

Herr Hesse, hat der Verlauf der Auftaktveranstaltung am 8. November im Stadthauptmannshof Ihre Erwartungen erfüllt und haben sich bereits Teilnehmer für die drei Arbeitsgruppen gefunden?

Werner Hesse: „Wir konnten bei unserer Auftaktveranstaltung mehr als 100 Besucher begrüßen – überwiegend Unternehmerinnen und Unternehmer aus unserer Region. Ich denke, dass die Vorträge und Diskussionsrunden nicht nur mir viele Anregungen gegeben haben. Viele sind auch nach der Podiumsrunde noch geblieben und haben sich sehr angeregt ausgetauscht.

Für die drei Arbeitsgruppen haben sich bereits Teilnehmer gemeldet, die sich an verschiedenen Terminen im nächsten Jahr zusammenfinden werden – weitere Interessenten sind natürlich herzlich willkommen! Die Gemeinschaftsinitiative soll ja in erster Linie nicht von den Veranstaltern, sondern den Menschen der Region getragen werden."

Das Zukunftsforum hat als die von Ihnen angesprochene Gemeinschaftsinitiative eine Reihe strategischer Ziele formuliert. Dazu gehören die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Förderung von Existenzgründern und Ansiedlungen sowie von Technologie und Innovation besonders im Mittelstand, aber auch eine bessere Profilierung im Bereich Tourismus und Standort-Image sowie die Entwicklung des Kreises in wichtigen Feldern wie Energie, Wohnen und Kultur. Wo sehen Sie aktuell den akutesten Handlungsbedarf, wo die größten Schwierigkeiten, etwas zu bewegen?

Werner Hesse: "In allen Themenbereichen sehe ich Handlungsbedarf. Ich möchte keine Abstufung in der Bedeutsamkeit der genannten strategischen Ziele vornehmen. Vielmehr wollen wir ja gerade sehen, zu welchen Zukunftsfragen sich engagierte Mitbürger finden, um an Lösungen mitzuarbeiten. Insofern bin ich ergebnisoffen, auch wenn ich als Geschäftsführer der WFL natürlich gewisse Präferenzen für den Themenbereich Wirtschaft habe, der aber als Querschnittsaufgabe in allen Arbeitsgruppen eine wichtige Rolle spielen wird."

Prof. Dr. Winfried Stöcker, Vorstandsvorsitzender Euroimmun AG

Als Leitidee will das Zukunftsforum Wirtschaft Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zusammenbringen, um „Vorhaben und Maßnahmen“ zu initiieren. Wie können solche Maßnahmen aussehen, und gibt es dafür ein Budget?

Werner Hesse: "Ein sehr schönes Beispiel wurde doch von Herrn Dr. Stöcker in seinem Vortrag genannt: Er hat in seinem Unternehmen einen Kindergarten gegründet, um seine Mitarbeiter zu entlasten. Seine Kernbotschaft hierzu war, nicht auf staatliches Handeln zu warten, sondern selbst zu handeln. Nun haben wir gerade in unserem Kreis eine Vielzahl von kleinen Betrieben, die allein sicherlich überfordert wären, ähnliche Lösungen zu finden. Hier wird es darauf ankommen, mehrere Unternehmen zusammenzubringen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Die Frage nach dem Budget kann ich dahingehend beantworten, dass für die „Initialzündung“ – und das soll unser Zukunftsforum in erster Linie sein – ausreichend Mittel von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt werden können. Wir möchten aber in erster Linie eine Plattform schaffen, die es der Region ermöglicht, sich selbst zu helfen ohne auf pralle Fördertöpfe zu schielen."