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Wirtschaft & Migration

Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA)

Hilfe für KMU bei der Integration ausländischer Mitarbeiter

Können kleine und mittelständische Unternehmen fehlende Fachkräfte aus der großen Zahl Arbeit suchender Flüchtlinge rekrutieren? Hilfe bietet dabei das „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“. Das KOFA unterstützt KMU mit umfangreichen Informationen auf seiner Internetplattform bei allen Fragen und Themen zur Personalarbeit - von der Auswahl und Planung bis zur Umsetzung durch individuell passende Maßnahmen.

Das KOFA zeigt KMU, wie Personalarbeit ganz konkret auf das eigene Unternehmen zugeschnitten werden kann. Welche kompetenten Zielgruppen können zur Sicherung des Fachkräftebedarfs angesprochen werden? Dazu gehören neben Migranten auch Menschen mit Behinderungen oder die Gruppe „50 plus“. Das Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und bearbeitet folgende Kernfragen:

  • Wie ist die aktuelle Fachkräftesituation in KMU? Wie wird sie sich voraussichtlich entwickeln? In welchen Berufen gibt es Engpässe?
  • Welche Handlungserfordernisse kommen auf KMU zu? Welche konkreten Empfehlungen lassen sich daraus ableiten? Wie können Unternehmen die passenden Maßnahmen auswählen und umsetzen?
  • Wie können KMU voneinander lernen, ihren Fachkräftebedarf zu decken? Welche guten Praxisbeispiele gibt es?

Um Fragen wie etwa nach einer funktionierenden, beruflichen Integration zu beantworten, erstellt und analysiert das KOFA solche Studien. Die Erkenntnisse werden in kostenlose Handlungsempfehlungen für KMU überführt und mit erfolgreichen Beispielen aus der Praxis veranschaulicht. Alle Angebote sind speziell auf die Unternehmenswirklichkeit zugeschnitten. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Checklisten bekommen Unternehmen konkrete Hilfestellungen an die Hand.

Informationen auf der KOFA-Internetplattform

Auf den umfangreichen Web-Seiten des KOFA werden alle Aspekte der Thematik behandelt. So genannte „Handlungsempfehlungen“ bieten dem Besucher in den Rubriken „Situation analysieren“, „Unternehmen positionieren“, „Fachkräfte finden“, „Fachkräfte binden“ und „Fachkräfte qualifizieren“ umfassende Detailinformationen. Dazu geben „Daten und Fakten“ Einblicke in die Themen „Fachkräftesituation“, „Fachkräftepotenziale“ und „Personalarbeit“. Letztere Rubrik stellt beispielsweise erfolgreich durchgeführte Maßnahmen in Unternehmen vor.

Bereits 2013 berichteten – abhängig von der gesuchten Qualifikation - zwischen 46 und 60 Prozent der KMU von mittleren oder großen Problemen bei der Stellenbesetzung. Die Herausforderung Fachkräftemangel betrifft also nicht nur Großunternehmen. Aktuelle Studien zeigen hingegen, dass viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen, die hier unsere Sprache erlernen, eine hohe, berufliche Qualifikation mitbringen.

Des Weiteren widmet das KOFA aktuellen Themen inhaltliche Schwerpunkte. So trägt das Thema des Monats Dezember 2016 den Titel „Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen“ (www.kofa.de - Thema des Monats Dezember).

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt: Die seit 2013 eingereisten Geflüchteten zeigen eine hohe Bildungsorientierung. Zwischen ihnen und Deutschen gibt es viele gemeinsame Wertvorstellungen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 2300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren (s. rechte Spalte).

www.kofa.de


Gemeinsame Studie von IAB, BAMF-FZ und SOEP

Mehr als die Hälfte der erwachsenen Geflüchteten haben in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht, im Vergleich zu knapp 90 Prozent bei der deutschen Wohnbevölkerung. Ein Drittel der Geflüchteten besuchte eine weiterführende Schule, ebenfalls ein knappes Drittel eine Mittelschule, zehn Prozent nur eine Grundschule und neun Prozent gar keine Schule.

Ein knappes Drittel der Geflüchteten war vor der Flucht auf Hochschulen oder beruflichen Bildungseinrichtungen. Zudem konnten viele berufliche Fähigkeiten durch Berufserfahrung erwerben: Zwei Drittel der Geflüchteten waren vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig, im Durchschnitt 6,4 Jahre. Rund zwei Drittel wollen aber in Deutschland noch Schul- oder Berufsabschlüsse erwerben, sodass zu erwarten ist, dass das Bildungsniveau steigen wird – zumal in der vorliegenden Studie die Kinder und ihre Schulbildung noch nicht berücksichtigt werden. Die meisten Geflüchteten verfügten beim Zuzug nach Deutschland über keine Deutschkenntnisse, mit zunehmender Aufenthaltsdauer aber steigt die Sprachkompetenz deutlich.

In ihren Wertvorstellungen weisen die Geflüchteten viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf. So unterstützen 96 Prozent der befragten Geflüchteten die Aussage, dass „man ein demokratisches System haben sollte". 92 Prozent sagen, dass „gleiche Rechte von Männern und Frauen" ein Bestandteil von Demokratien sind. Bei der Aussage „wenn eine Frau mehr Geld verdient als ihr Partner, führt dies zwangsläufig zu Problemen" zeigen sich jedoch Unterschiede: Während 29 Prozent der Geflüchteten zustimmen, sind es bei der deutschen Vergleichsgruppe 18 Prozent.

www.kofa.de- Gefluechtete Menschen haben eine hohe Bildungsorientierung