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IHK-Berichte zu Konjunktur und Ausbildungsmarkt im ersten Quartal 2014

Weiterhin günstige Entwicklung

Die schleswig-holsteinische Wirtschaft läuft im 1. Quartal 2014 rund. Die Stimmung in den Unternehmen ist überwiegend gut. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, ist nochmals leicht auf 125 angestiegen. Der Vorjahreswert lag bei 106, der Vorquartalswert noch bei 123. Leicht rückläufig hingegen war die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt.

42,3 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 48,2 Prozent als befriedigend und nur 9,5 Prozent als schlecht (Vorquartal: 36,4 Prozent; 52,8 Prozent; 10,8 Prozent).

Im Branchenvergleich verzeichnet der Dienstleistungssektor die beste Entwicklung; insbesondere die verbrauchernahen Dienstleistungen erreichen mit einem Konjunkturklimaindex von 149 Punkten ein neues Rekordergebnis. Nachdem in den vergangenen Jahren die positive Konjunkturentwicklung im Wesentlichen von der guten Exportentwicklung gestützt war, trägt inzwischen auch die Binnennachfrage vermehrt zur positiven Konjunkturentwicklung bei. Dies sind die zentralen Ergebnisse der von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführten repräsentativen Konjunkturumfrage bei rund 2.000 Unternehmen. Auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen zeigen wieder deutlich nach oben. „Ob dies mit Blick auf den gerade beschlossenen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Zukunft so bleibt, ist ungewiss", erklärt dazu Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein.

Ein Viertel der Firmen investiert

Die Investitionsneigung der Unternehmen bleibt angesichts weiterhin günstiger Finanzierungsbedingungen lebhaft. Gut ein Viertel der Unternehmen planen eine Erhöhung ihrer Investitionsausgaben. Der Arbeitsmarkt wird sich beleben; insbesondere im Dienstleistungssektor werden Fachkräfte gesucht. Dazu Friederike C. Kühn: "Bei der Frage nach der weiteren Konjunkturentwicklung registrieren wir eine Zunahme der Risiken bei der Auslandsnachfrage und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Ersteres ist auf die beunruhigende Entwicklung in der Ukraine und deren ungewisse Folgen zurückzuführen. Deutlich zu spüren ist eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit ihren Plänen zur Reform der Rente und auch der Erbschaftssteuer belastet die schwarz-rote Bundesregierung das Klima in der Wirtschaft."

Leichter Rückgang auf dem Ausbildungsmarkt

Bis Ende April haben die drei Industrie- und Handelskammern (IHK) Flensburg, Kiel und Lübeck 3.901 Lehrverträge für die Bereiche Industrie, Handel und Dienstleistungen eingetragen. Im Vorjahr wurden zu diesem Zeitpunkt 4.028 Verträge gezählt. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 127 Verträge oder 3,15 Prozent.

„Günstige Konjunkturentwicklung und Bewerberrückgang verschärfen den Wettbewerb der Unternehmen um geeignete Ausbildungsbewerber. Längerer Schulbesuch und anhaltender Akademisierungstrend erschweren die Bewerbersuche für die Unternehmen. Angesichts des Fachkräftebedarfs und der demografischen Entwicklung bieten die Unternehmen im Norden viele Ausbildungsplätze an und suchen nach geeigneten Bewerbern, um ihre Personalplanung abzusichern. Das verbessert erneut die Chancen für unsere Schulabgänger", so IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn.

Betriebe verbessern Ausbildungsmarketing

Dieses Zwischenergebnis zeige die auf dem Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein eingetretene Wende. Um für die schwierigere Bewerbersuche gerüstet zu sein, arbeiteten viele Betriebe an einem verbesserten Ausbildungsmarketing und suchten frühzeitig Kontakt zu allgemein bildenden Schulen, auch um die Chancen von Betriebspraktika zu nutzen.

Im Rahmen ihrer Akquisetätigkeiten haben die IHKs seit Januar 2014 schon etwa 250 neue Ausbildungsbetriebe mit 360 neuen Ausbildungsplätzen geworben. Auch in diesem Jahr helfen beim Ausgleich des Ausbildungsmarktes die landesweit angebotenen IHK-nordjob-Berufsmessen und die IHK-Datenbanken mit der neuen bundesweiten IHK-Lehrstellenbörse sowie dem Internet-Lehrstellen- und Praktikantenatlas. Zahlreiche Betriebe bieten dort für Bewerber die Möglichkeit einer ersten Kontaktaufnahme. Gleichzeitig können sich auch Bewerber mit ihrem Profil einstellen. Derzeit bieten Unternehmen aus Schleswig-Holstein in der IHK-Lehrstellenbörse 2.462 Ausbildungsplätze an.

Firmen suchen geeignete Bewerber

Bewerbern empfehlen die IHKs, die zahlreichen Informationsmessen und -medien zu nutzen. Auf dem Lehrstellenmarkt in Schleswig-Holstein gebe es noch starke Bewegungen; erst ein Drittel der Ausbildungsverträge dieses Jahres sei bisher geschlossen. Zahlreiche Betriebe suchen noch dringend geeignete Bewerber, sowohl in technischen wie auch in Dienstleistungsberufen.

Unbesetzte Lehrstellen sollten der IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de) und der Agentur für Arbeit gemeldet werden.

IHK Schleswig-Holstein

Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist seit 1. Januar 2006 der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die mehr als nur regionale Bedeutung haben.

Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, sodass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.

www.ihk-lehrstellenboerse.de

Gute Geschäfte im Hoch- und Tiefbau

Die Betrachtung der einzelnen Wirtschaftszweige zeigt für die Industrie eine unverändert positive Geschäftsentwicklung, die weiterhin von einer stabilen Exportentwicklung, aber zunehmend auch von der Binnennachfrage getragen wird. Einen besonders starken Aufschwung haben dabei die Investitionsgüterhersteller zu verzeichnen. Weiterhin auf der konjunkturellen Sonnenseite befindet sich das Baugewerbe. Im Hoch- wie im Tiefbau verlief die Entwicklung gleichermaßen positiv. Kaum Bewegung ist im Einzelhandel zu verzeichnen; er konnte sich trotz gestiegener Kaufkraft der Kundschaft im 1. Quartal 2014 konjunkturell nur wenig verbessern. Eine im Vergleich zum Vorquartal verbesserte Geschäftslage melden der Großhandel und die Verkehrswirtschaft.

Die weiteren Zukunftsaussichten beurteilen die Unternehmen überwiegend optimistisch, auch wenn im Vergleich zu den Werten des Vorquartals eine geringfügige Verschlechterung festzustellen ist. Insgesamt rechnen 29,8 Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung ihrer Situation, 57,9 Prozent mit einer gleichbleibenden und 12,3 Prozent mit einer schlechteren Lage (Vorquartal: 32,5 Prozent; 54,5 Prozent, 13,0 Prozent).