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Die Hotellandschaft im Lauenburgischen

Das Herzogtum braucht mehr erstklassige Hotels

Die Hotellandschaft im nördlichsten Bundesland entwickelt sich positiv. Das bestätigte Ende April auch die Veranstaltung „Hotelforum Schleswig-Holstein 2015“, zu der die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) in die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg eingeladen hatte. Dennoch ist weiterhin in der Fläche das Angebot an gehobenen Hotels nicht ausreichend. Das gilt seit Jahren auch für das Herzogtum Lauenburg. Hoteliers, die ihr Haus modernisieren wollen, können sich von der WTSH beraten und über die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) finanziell unterstützen lassen.

Hotelier Karl Schlichting freut sich über die Neugestaltung der Terrasse im Seehof.

Wie entwickelt sich der Hotelmarkt in Schleswig-Holstein und wie stellen sich die Hotels auf Veränderungen im Reiseverhalten ein? Antworten auf diese Fragen gab es am 29. April 2015 im Rahmen der Veranstaltung „Hotelforum Schleswig-Holstein 2015“ der WTSH im Hause der IHK zu Flensburg.

Rund 100 Teilnehmer informierten sich über die neuesten Entwicklungen auf dem schleswig-holsteinischen Hotelmarkt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich die meisten Häuser auf das veränderte Reiseverhalten einstellen und insbesondere an den Küsten der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Lifestyle-Angeboten nachkommen.

Anzahl exklusiver Häuser im Lauenburgischen zu klein

In der Fläche hingegen gibt es nach wie vor Defizite im Angebot – vor allem im Bereich gehobener Hotelerie. Dies gilt seit vielen Jahren auch für den Kreis Herzogtum Lauenburg. „Wir haben nach wie vor einen Bedarf an markt- und zeitgemäßen Hotelkapazitäten“, stellt dazu Günter Schmidt, Geschäftsführer der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS) in Ratzeburg fest.

Ein großes Problem: Trotz allerbester Lage genügt der Standard vieler Häuser nicht mehr den modernen, touristischen Anforderungen. Doch die Kosten für die umfangreiche Renovierung eines Hotels sind enorm - wenn etwa ein Fahrstuhl eingebaut werden soll, um das Haus barrierefrei zu gestalten. Viele Hoteliers scheuen das Risiko solcher Investitionen, obwohl das Land über zinsgünstige Kredite und Darlehen der IB.SH konkrete Hilfe anbietet (s. Rubrik „Förderprogramme“).

Zuwächse nach Modernisierung – „Der Seehof“ in Ratzeburg

„Der Seehof“ in Ratzeburg ist ein Beispiel für den Erfolg einer strukturierten Modernisierung. Seit dem vergangenen Jahr unter neuer Leitung umfangreich renoviert, verzeichnet das Haus in exklusiver Lage am Küchensee internationale Buchungszuwächse. „Wir haben von der IB.SH Unterstützung erhalten und konnten so deutlich mehr und umfangreicher renovieren als anfänglich geplant“, erklärt Hotelier Karl Schlichting.

Gemäß heutiger Standards verfügen alle 50 Zimmer des Hauses (mit Lift) über W-LAN (kostenlos), Flachbildfernseher und Telefon. Das eigene Restaurant bietet regionale Küche mit Wildbret und Fischspezialitäten aus den umliegenden Seen. Die große Terrasse, Liegewiese am See, Sauna mit Entspannungsbereich sowie professionelle Ayurveda-Anwendungen komplettieren das Angebot wie der kostenlose Kanu- und Ruderbootverleih direkt vom hauseigenen Badesteg.

Zahlreiche, attraktive Themen-Arrangements ab zwei Übernachtungen locken Besucher in die Domstadt. „Im Moment erleben wir einen großen Zuwachs bei den Privatfeiern“, freut sich Schlichting. Konferenzen und Tagungen richtet „Der Seehof“ in neu gestalteten und klimatisierten Räumen mit moderner Präsentationstechnik aus. Schlichting: „Nach der Modernisierung entwickelt sich dieses Segment jetzt wieder langsam.“

Neuer Schwung am Großen Strom – Hotel Elbblick in Geesthacht

Ein weiteres positives Beispiel unternehmerischen Engagements ist das Hotel Elbblick in Geesthacht. Alle 23 neu und modern eingerichteten Zimmer sind als Doppelzimmer mit zwei Boxspringbetten bestückt (Buchung als Einzelzimmer möglich) und verfügen über Flachbildfernseher, Bad mit Dusche und Internetanschluss. Für die Obergeschosse gibt es einen Fahrstuhl.

Im angeschlossenen Restaurant mit großer Terrasse zur Elbe wird saisonale Küche geboten. Mit einem 40 Quadratmeter großen Fahrradkeller trägt das Haus seiner Lage an internationalen Fahrradwegen entlang der Elbe Rechnung.

Messbare Belebung der touristischen Nachfrage

Derlei Engagement und unternehmerische Entschlossenheit wünscht man sich bei der Tourismusförderung im Kreis. Günter Schmidt von der HLMS: „Die beiden genannten Beispiele sind uneingeschränkt positiv zu bewerten und haben messbar eine Belebung der touristischen Nachfrage mit sich gebracht. Weitere Betten durch Neuansiedlungen oder im Bestand sind nach wie vor notwendig, um auch vor dem Hintergrund der Landesstrategie weiterhin ein Wachstum im Tourismus - wie wir es seit 2002 haben - generieren zu können.“

www.der-seehof.de


Aktueller Trend:
Freizeit-Hotellerie mit Life Style-Produkten

„Schleswig-Holstein hat sich als idealer Standort für Hotelinvestitionen profiliert“, stellte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf dem „Hotelforum Schleswig-Holstein 2015“ fest. Insbesondere ansprechende Lifestyle-Hotelprodukte im Bereich der Freizeithotellerie seien im Kommen. So hat der Zuspruch bei Angeboten aus Bereichen wie Spa und Wellness in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

Nach Jahren großer Anstrengungen in zahlreichen Kommunen – besonders an den Küsten - stellten sich nun Erfolge ein. So hätten massive Investitionen in die touristische Infrastruktur - die vom Land und der EU gefördert wurden - den Grundstein für erfolgreiche Hotelansiedlungen gelegt. Meyer betonte aber, wie wichtig es neben dem Ausbau der Kapazitäten sei, vor allem die Attraktivität der (bestehenden) Angebote zu erhöhen.

In Vorträgen auf dem Hotelforum wurde deutlich gemacht, dass für ein erfolgreiches Hotelprojekt zunächst ein touristisches Leitbild für die Destination erstellt werden muss. Frank Behrens, Projektleiter Hotel und Tourismus bei der WTSH, brachte die Herausforderungen im Rahmen von Hotelansiedlungen auf den Punkt: „Nur wirklich gute, überzeugende Konzepte mit einer klaren Zielgruppenschärfe haben eine sehr gute Chance im Markt.“

www.wtsh.de/beratung-zu-hotelansiedlungen-und-tourismusprojekten