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Thema

Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt an Bedeutung

Die Arbeitskraft schützen und erhalten

Die Gesundheit der Mitarbeiter ist das zentrale Thema der Zukunft in den Betrieben. Der Staat unterstützt alle Unternehmen nach dem Präventionsgesetz. Dafür stehen in Deutschland aktuell 500 Millionen Euro zur Verfügung. Bildungsträger wie die INI Qualifizierung & Service gGmbH in Lauenburg entwickeln mit Firmen individuelle Maßnahmen und steuern ihre Umsetzung. Dazu startet jetzt ein aktuelles Projekt, das bundesweit kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) speziell im Bereich der Altenpflege und -betreuung fördert.

Annemarie Argubi-Siewers und Karsten Schütt, Koordinator digitale Bildung bei der INI.

Der Wichtigkeit des Themas angemessen formulierte das Bundes­gesund­heits­ministerium bereits 2015 das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ – kurz Präventionsgesetz (PrävG). Es trat im Juli des Jahres in Kraft. Damals sagte die parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach: „Mit dem Präventionsgesetz stärken wir die Gesundheitsförderung direkt im Lebensumfeld – in der Kita, der Schule, am Arbeitsplatz und im Pflegeheim. Außerdem werden die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiterentwickelt, und der Impfschutz wird verbessert. Ziel ist, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen.“

„Das Gesetz wurde bislang kaum beachtet“, so Annemarie Argubi-Siewers, Geschäftsführerin der INI Qualifizierung & Service in Lauenburg. Dabei setzt das PrävG auf „die zielgerichtete Zusammenarbeit der Akteure in der Prävention und Gesundheitsförderung: Neben der gesetzlichen Krankenversicherung werden auch die gesetzliche Rentenversicherung und die gesetzliche Unfallversicherung, die Soziale Pflegeversicherung und auch die Unternehmen der privaten Krankenversicherung eingebunden.“

Nachhaltige Maßnahmen für die Zukunft

Unter der Überschrift „Fachkräftesicherung“ werden nun in einem neuen, bundesweiten Projekt in den kommenden drei Jahren besonders Betriebe im Bereich der Pflege – ambulant und in Heimen – unterstützt. Bildungsträger wie die INI Qualifizierung & Service gGmbH, deren Arbeitsfelder auf eine nachhaltige und auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtete Bildungsarbeit abzielen, entwickeln und realisieren mit Firmen entsprechende Maßnahmen.

„Wir arbeiten da sehr professionell und haben für den Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement BGM 2015 das von der Uni Hamburg im Bereich Psychologie und Bewegungswissenschaften entwickelte BASE-Konzept eingekauft. Unsere Mitarbeiter wurden vom Personal der Uni geschult; die INI hat die Zulassung für das Konzept erworben und wendet das System, dessen Maßnahmen von den Krankenkassen bezahlt werden, nun in unserer Region an“, erklärt Argubi-Siewers.

Das aktuelle Bundesprojekt der INI „Netzwerkpflege 4.0“ fördert Unternehmen bis zu 50 Mitarbeitern. Dafür stehen der INI Fördermittel von einer Million Euro zur Verfügung. Kooperationspartner sind unter anderem die WFL sowie die Agentur für Arbeit. Im Bereich der Pflege und Betreuung älterer Menschen sind im Kreis Herzogtum Lauenburg rund 80 Betriebe ansässig, solche in der ambulanten Pflege gar nicht mitgerechnet. In den Unternehmen steht zu Beginn eine umfassende Analyse der Arbeitsabläufe an. Firmenleitung und Mitarbeiterschaft werden anonym und getrennt befragt. Danach folgen Auswertung und praktische Maßnahmen.

In jedem Betrieb ein Bildungslotse

Dabei werden in jedem Betrieb Mitarbeiter zu Bildungslotsen ausgebildet. Diese Personen bleiben die Ansprechpartner zum Thema, halten sich über Neuerungen auf dem Laufenden und betreuen das BGM in Fragen der Umsetzung und Finanzierung. Argubi-Siewers: „Die Bildungslotsen sollen sich außerdem kreisweit vernetzen und sich durch Austausch von Erfahrungen und Wissen gegenseitig helfen.“

Bei ihrer Arbeit bezieht die INI regionale Akteure mit ein, arbeitet mit Sportvereinen und Fitness-Studios zusammen. Von den Ergebnissen und Erfolgen profitieren letztlich auch die älteren Bewohner von Einrichtungen, in denen beispielsweise der Aspekt der „Sturzprävention“ aktiv behandelt und geschult wird.

„Für das BGM nach dem Präventionsgesetz stehen deutschlandweit 500 Millionen Euro zur Verfügung“, betont Argubi-Siewers. Neben den praktischen Fortbildungen gehe es bei der Schulung von Personal immer auch um die theoretische Weiterentwicklung und das Thema Bildung.

www.ini-quali.de


Jedes Unternehmen kann profitieren

Neben besonderen Förderungen wie das beschriebene aktuelle Programm für Unternehmen der Pflege und Altenbetreuung (s.li.) bietet das Präventionsgesetz im Prinzip jedem Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit, ein betriebliches Gesundheitsmanagement durchzuführen. Medizinisch-wissenschaftlich entwickelte Konzepte wie das von der INI eingesetzte BASE der Uni Hamburg sichern ein erfolgreiches, professionelles Vorgehen und versuchen „die problem- und praxisbezogene Präventionsarbeit zu optimieren“. Maßnahmen nach BASE werden von der TKK übernommen.

In der betrieblichen Praxis funktioniert das BASE Programm so:

  • Bedarfsbestimmung funktioneller Belastungsprofile durch Beobachtung von Alltagshandlungen und Identifikation von häufigen Bewegungen mit hohem Belastungsgrad auf der körperlichen und psychischen Ebene sowie unter Beachtung der Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz 
  • Arbeitsorganisation wie z.B. Handlungsempfehlungen für den Arbeitsplatz, Einbindung von Arbeitsschutz.
  • Schulung von Bewegungs-Verhalten („AHA“ Erlebnis) und Gesundheitsbewusstsein am Arbeitsplatz sowie Wahrnehmung, Reflexion und Korrektur von ungünstigen Körperhaltungen bei Arbeitsdurchführungen.
  • Eigenverantwortung und Selbstmanagement zur nachhaltigen Veränderung im Umgang mit Belastungen am Arbeitsplatz.

Kontakt

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