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Die Entwicklung und Ausgestaltung unserer modernen Gesellschaft und Berufswelt wird auch vom Wandel der Geschlechterverhältnisse sowie der Rolle der Frau geprägt. „Frauen sind die besseren Chefs“ belegen wissenschaftliche Studien. Und doch wird die Welt der Wirtschaft – besonders in den Führungsebenen - weiterhin von Männern dominiert. Die WFL schaut hinter die Kulissen und portraitiert Frauen aus dem Herzogtum Lauenburg, die in Führungspositionen „ihre Frau stehen“.


Teil 3 - Ines Mahnke, Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow

Dienstleister für Menschen mit Behinderung

Ines Mahnke übernahm im Juli 2017 das Amt der Geschäftsführerin im Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow (LHW). Eine sehr komplexe Aufgabe, in die sie nach mehr als 25 Jahren Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und für das LHW und seine Organisationen in verschiedenen Positionen hineingewachsen ist.

Ines Mahnke, Geschäftsführerin des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow

Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und Integration sowie die Entwicklung der Persönlichkeit für Menschen mit Behinderung sind zentrale Ziele der Arbeit im Lebenshilfewerk. Das beginnt in den integrativen Kinderbetreuungsgruppen bis zu den unterschiedlichen und vielseitigen Arbeits- und Wohnprojekten des LHW: 280 Kinder in vier Einrichtungen sowie 1.500 Menschen mit und ohne Behinderung. Dabei ist Ines Mahnke Chefin von rund 600 tariflich angestellten Mitarbeitern.

Begonnen hat ihr Weg 1991 in Hagenow, als dort eine kleine Werkstatt für zehn Menschen mit Behinderung aufgebaut wurde. Es entstanden Kontakte zur Einrichtung in Mölln und aus der Gruppenleitung heraus übernahm die damals 32-Jährige 1994 die Werkstattleitung in Hagenow. „Am Anfang bin ich als weibliche Werkstattleiterin schon mit Erstaunen angeschaut worden, aber als Gruppenleiterin hatte ich die Arbeitsabläufe ja organsiert und vorbereitet“, erinnert sich die heute 55-Jährige. 

Die Mitarbeiter „mitnehmen und mobilisieren“

Ihre berufliche Laufbahn hatte sich mit der innerdeutschen Wiedervereinigung völlig verändert. Die gebürtige Boizenburgerin hatte von 1982-87 in Dresden „Betriebliches Verkehrswesen“ studiert. Bis zur Wende lebte und arbeitete sie in Berlin, wo sie in den Vergaser- und Filterwerken für Zwei-Taktmotoren logistische Themen des Transportwesens bearbeitete. Nach dem Mauerfall zog es sie zurück in den Norden. So kam sie nach Hagenow.

Dort war Ines Mahnke ab 1994 an der Entwicklung vieler Projekte beteiligt. Zunächst wurde die kleine Werkstatt für die Aufnahme von psychisch beeinträchtigten Menschen erweitert. Ein Nähatelier wurde eingerichtet und Arbeitsgruppen für das Verpacken von Waren in umliegende Unternehmen ausgelagert. Aus zehn Arbeitsplätzen wurden so 200. 2003 wurde dann der Archehof in Kneese eröffnet. Dort arbeiten 35 Menschen in der ökologischen Landwirtschaft. 22 von ihnen leben auf dem Hof.

„Ich bin über Jahre immer mehr in die Rolle und Position der Organisatorin hineingewachsen“, so Mahnke. Menschen zu führen, heißt für sie, diese zu mobilisieren, zu unterstützen und zu fördern, um sie selbst gestalten und „machen“ zu lassen. Mahnke: „Meine Mitarbeiter sollen kreativ sein und Verantwortung übernehmen und sich dabei wahrgenommen und sicher fühlen.“ Dazu gehöre im Besondern, wie mit Fehlern umgegangen werde: „Wir müssen sie nutzen, um die Prozesse zu verbessern.“ 

Das moderne, energieeffiziente Gebäude des LHW am Grambeker Weg 111 in Mölln.

Der Mensch steht im Mittelpunkt 

Dass dieses Konzept den betreuten Menschen zu Gute kommt, zeigt die Vermittlung von bis zu 50 ausgelagerten Arbeitsplätzen in den 1. Arbeitsmarkt bei Unternehmen aus der Region in den Bereichen Küche/Restauration, Land- und Abfallwirtschaft oder in Fahrradwerkstätten. „Erfolg ist für uns, wenn ein Mensch mit geistiger Behinderung jeden Tag mit Freude zur Arbeit kommt und im Wissen darüber, was er leisten wird, stolz auf sich ist“, sagt Ines Mahnke.

Bislang hatte sie als Chefin noch keine Situation, „wo es mit einem Mann schwierig war“. Zwar seien in der damaligen DDR die Führungsebenen der Unternehmen auch männerdominiert gewesen, doch sei dies im sozialen Bereich nie ein größeres Thema gewesen. Bei der Arbeit des Lebenshilfewerkes gehe es um den Menschen und nicht um Aspekte wie Ost-West, Mann-Frau, Angestellter-Führungskraft. Ines Mahnke: „Bewusst an der Spitze einer großen Institution zu stehen, die in einem sehr verantwortungsvollem Bereich mit Menschen arbeitet, macht Spaß.“

www.lhw-zukunft.de


Potenziale fördern für Teilhabe und Integration

Menschen mit Behinderung und ihre Integration in die Gesellschaft stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow, das in drei verschiedenen Tochtergesellschaften operativ tätig ist:

  • Lebenshilfewerk Kreis Herzogtum Lauenburg gemeinnützige GmbH 
  • Lebenshilfewerk Hagenow gemeinnützige GmbH 
  • Schneiderschere gemeinnützige GmbH

Die Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow gGmbH wurde 2001 gegründet und ist die Dach-Organisation der einzelnen Gesellschaften, die in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ludwigslust-Parchim sowie der Schaalsee-Region tätig sind. Menschen mit geistiger, körperlicher und/oder psychischer Behinderung sowie mit erworbener Hirn-Schädigung werden LHW in allen Lebens-Phasen von der Kindheit bis ins hohe Alter begleitet. Das christlich-humanistische Menschenbild, Chancen-Gleichheit und Respekt sind nach eigener Aussage die Basis der Arbeit des LHW. Die Angebote sollen dazu beitragen, die Leitgedanken von Integration und Inklusion zu verwirklichen. 


Kontakt

Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow

Grambeker Weg 111
23879 Mölln

Telefon: 04542 / 84 67 0
Email: LHW@LHW-zukunft.de