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Arbeit und Familie

LMT Group in Schwarzenbek eröffnet „betriebsnahen Kindergarten“

Gemeinschaftsprojekt stärkt den Standort Schwarzenbek

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für qualifizierte Mitarbeiter bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes zunehmend von Bedeutung. Mittelständische Unternehmen mit einem hohen Bedarf an Fachkräften versuchen, in diesem Bereich Angebote und Strukturen zu schaffen. Dazu gehört auch eine qualifizierte Kinderbetreuung. In einem Gemeinschaftsprojekt eröffnet in Schwarzenbek der ASB auf dem Firmengelände der LMT Group im April in Kooperation mit der Stadt einen „betriebsnahen Kindergarten“.

Am Standort Schwarzenbek beschäftigt die LMT Group fast 1.000 Mitarbeiter.

Am Standort in der Europastadt beschäftigt die LMT Group fast 1.000 Mitarbeiter und gehört damit zu den größten Arbeitgebern im Kreis Herzogtum Lauenburg. Für die Herstellung von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung (Division LMT Tools) und Spezialmaschinen für die Herstellung von Tabletten (Division Fette Compacting) benötigt das Unternehmen sehr gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiter.

Olaf J. Müller, CEO der LMT Group.

„Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren stark in die interne Aus- und Weiterbildung investiert. Ziel ist es, sowohl aus den eigenen Reihen als auch gezielt von außen Top-Kräfte zu bekommen, die wir für die anspruchsvollen Aufgaben benötigen“, erklärt Olaf J. Müller, CEO der LMT Group. Dabei muss sich das Unternehmen als mittelständischer Betrieb vor den Toren Hamburgs dem Wettbewerb mit anderen Unternehmen aus Hamburg und der Region stellen.

Aus diesem Grund hat die LMT Group den Bedarf an Kita-Plätzen im Unternehmen ermittelt und erkannte die Notwendigkeit, ein Angebot zu entwickeln. Viele Fragen galt es zu klären bezüglich Kosten, Strukturen, Inhalten und Verantwortlichkeiten (s. rechts) „Uns wurde schnell klar, dass es hier eines innovativen Modells bedarf, wenn wir für unsere Mitarbeiter ein entsprechendes Angebot schaffen wollen“, so Müller. Die Lösung ergab sich schließlich in einer Partnerschaft mit der Stadt Schwarzenbek und dem Arbeiter-Samariter-Bund, Landesverband Schleswig-Holstein e.V (ASB), die zu folgendem Modell führte:

  • Die Stadt Schwarzenbek schafft mit einer weiteren Kita ein erweitertes Angebot für ihre Bürger.
  • Der ASB betreibt als fachliche Instanz die KITA und verfügt über eine weitere Einrichtung.
  • Die LMT Group kann als Verpächter der Fläche und Mit-Treiber der Entwicklung ein Angebot für ihre Mitarbeiter bereitstellen.

Da alle drei Parteien profitieren, war eine schnelle Realisation möglich. So entsteht auf dem Firmengelände an der Grabauer Straße in direkter Nachbarschaft zu dem bestehenden Gebäude des Betriebssportheims ein Kindergarten mit einer Kapazität von 40 Betreuungsplätzen. 20 davon entfallen auf die Altersgruppe 0-3 Jahre, 20 Plätze sind für Kinder älter als drei Jahre vorgesehen.

Die Fläche wird von der LMT Group langfristig an die Partner verpachtet, die die Tagesstätte in ihrer eigenen organisatorischen, fachlichen und finanziellen Verantwortung betreiben. Im Gegenzug kauft die Unternehmensgruppe zehn Belegrechte für Betreuungsplätze, um diese ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.

Interessierte Eltern können ab sofort Ihren Antrag auf einen Kindergartenplatz in der neuen Einrichtung stellen. Ansprechpartner für die Anträge ist der ASB, der zu diesem Zweck eine Internetseite eingerichtet hat. Eröffnen soll die neue Kita am 1. April 2015.

www.asb-betriebskita.de
www.lmt-group.com

Betriebskindergarten – ein schwieriges Thema

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung von 2012 waren von 1.700 Kindergärten in Schleswig-Holstein nur 21 betriebsnahe Einrichtungen oder Betriebskindergärten. Bundesweit liegt der Anteil der Kinder in betriebsnahen Einrichtungen am Gesamtangebot demnach bei nur 0,9%.

Es scheint also nicht so einfach oder für viele Unternehmen noch nicht attraktiv genug zu sein, eine eigene Kinderbetreuung anzubieten. Klassische Hürden für Unternehmen auf dem Weg zu einer eigenen Kita sind in der Regel:

  • die hohen Kosten pro Kita-Platz, wenn man eine Einrichtung errichtet und betreibt
  • ein Unsicherheitsfaktor gegenüber der Bedarfsentwicklung an Plätzen innerhalb des Unternehmens, wenn der Nutzerkreis ausschließlich die eigene Belegschaft ist
  • Kompetenzfragen: Die Unternehmen verfügen in der Regel nicht über fachliches Wissen zum Aufbau und Betrieb einer Kita

Gemäß einer Untersuchung der Stadt Schwarzenbek (06/2013) ist in der Europastadt in den kommenden Jahren bei den Kinderbetreuungsangeboten eine Unterversorgung von etwa 120 Plätzen zu erwarten. Und besonders für Kinder im Alter von 0–3 Jahren sei die Versorgungslücke besonders groß.