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Thema

Förderprogramme für Qualitätsoffensive in Unternehmen

Gesunde Arbeitsbedingungen und Team Work für den Erfolg

Leistungsfähigkeit und Gesundheit sind die zentralen Themen der Arbeitswelt im 21. Jahrhundert. Demografischer Wandel, alternde Belegschaften, sinkende Azubi-Zahlen und der Fachkräftemangel rücken Motivation, Gesunderhaltung und Fortbildung der Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Die Politik unterstützt das Thema „Arbeit und Gesundheit“ durch große Förderprogramme.

Seit vielen Jahren behandelt die Politik Themen wie betriebliche Gesundheitsförderung, Gleichstellung, altersgerechte Förderung älterer Mitarbeiter, Motivation und betriebliche Innovation in Unternehmen und Organisationen. Seit 1993 werden durch das Bundesprogramm „zur Förderung von Modellvorhaben zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen“ jährlich zu aktuellen Themen Forschungsschwerpunkte ausgeschrieben, um Modellprojekte in Unternehmen zu fördern.

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1946 ist „Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Gesundheit entstehe dadurch, ergänzte die WHO 1996 in einer Charta zur Gesundheitsförderung, „dass man in die Lage versetzt ist, selber Entscheidungen zu fällen und eine Kontrolle über die eigenen Lebensumstände auszuüben“.

Wettkampf um Fachkräfte

Schon heute kämpfen Unternehmen um jeden qualifizierten Mitarbeiter mit attraktiven Angeboten. Unterqualifizierte müssen vermehrt für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Und auf die Mitarbeiter 50plus kann nicht mehr verzichtet werden. Stellten 1950 zehnjährige Jungen und Mädchen die jeweils stärkste Gruppe ihrer Geschlechter, waren dies im Jahr 2000 Männer und Frauen Ende 30 und werden es 2050 die Anfang-60-Jährigen sein.

„Bis 2050 wird das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland selbst bei vorsichtiger Schätzung um etwa zehn Millionen abnehmen“, sagt Dr. Michael Bau, Wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des „Instituts Leistung Arbeit Gesundheit“ (ILAG). Sein Institut für angewandte sozialwissenschaftliche Forschung mit Sitz im holsteinischen Ascheberg untersucht zukunftsorientierte Themen der Arbeitswelt und kooperiert dabei mit Universitäten und Hochschulen.

Über die Ergebnisse informiert das ILAG in Veranstaltungen und Beratungen und führt in Unternehmen Schulungen durch zu Themen wie physische und psychische Gesundheitsgefährdung, „Altersgerechte Arbeitsgestaltung“ und „Betriebliches Gesundheitsmanagement“.

Fördergelder aus EU-Mitteln

Meist machen Fördergelder wie durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das auch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) vergibt, die Projekte für Firmen und Institutionen erst finanzierbar. Beim Managen von Veränderungen, betont Bau, gehe es neben der persönlichen Weiterentwicklung der Beteiligten um eine Veränderung des Arbeitsumfeldes.

Probleme entstehen etwa in Belegschaften mit einem hohen Durchschnittsalter und mit wenig Fluktuation. Abläufe, Verhältnisse und Hierarchien haben sich über Jahre „eingeschliffen“. Wer solche Zustände nicht hinterfragt und in Frage stellt, kann den Gründen für zum Beispiel hohe Fehlzeiten der Mitarbeiter begegnen: Gesunde Arbeitsbedingungen brauchen kreative Lösungen.

„Am Anfang der Veränderungsprozesse steht eine umfassende Analyse“, erklärt Bau. Dazu gehört die Befragung sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungsebene – getrennt und ohne Einschränkungen und Tabus. In Workshops werden zusammen mit den Mitarbeitern Maßnahmenkataloge entwickelt, dann mit der Führungsebene besprochen und Grenzen des Machbaren aufgezeigt.

Offene Gespräche anstatt heimliche Konflikte

„Durch Einblicke in die wirtschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten ihres Arbeitsumfeldes wächst bei Belegschaften das Verständnis für die Entscheidungen der Führungskräfte, die sich dadurch verstanden und sicherer fühlen. Auf dieser Basis entstehen konkrete Verbesserungen“, so Bau. Ein erfolgreiches Werkzeug ist ein jährliches „Mitarbeitergespräch“.

Wird Mitarbeitern eine Fortbildung angeboten, wählen diese oft Themen wie Kommunikation und Konfliktmanagement. Häufig gibt es schwelende Konflikte in einzelnen Teams der Mitarbeiterschaft. Das ILAG bietet dann spezielle Schulungen an. Das kommunizieren nach einem Kommunikationsleitfaden sei für Belegschaften eine wertvolle und meist neue Erfahrung. „Die Teilnehmer erkennen, welchen Stellenwert gute Kommunikation im Arbeitsalltag hat. Sie können üben, einen anderen Blickwinkel auf aktuelle Konflikte einzunehmen“, so Bau. Das Erlernte wird in praxisbezogenen Übungen erprobt und gefestigt.

Ein anderes Thema fokussiert die „Organisationsstandards in einzelnen Arbeitsbereichen“ sowie konkrete Arbeitsabläufe. Oft ist bereits der Austausch über diese Standards und Prozesse mangelhaft, was Team-Bildung und gegenseitiges Verständnis erschwert. Mitunter sind dann auch Einzel-Coachings für die Mitarbeiter hilfreich und notwendig, um über die eigene Rolle im Arbeitsprozess, die Belastungssituation und die Bewältigung von Konflikten in Arbeitsprozessen zu sprechen.

Förderung potentieller Führungskräfte

Eine wichtige Zukunftsaufgabe ist auch die Rekrutierung von Führungspersonal aus den eigenen Reihen. Soll ein Mitarbeiter Führungsverantwortung übernehmen, stellt sich die Frage: „Kann und will ich das – persönlich und in Bezug auf mein Umfeld?“ Besonders bei dieser Entscheidung sind Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation und Konfliktmanagement für viele Kandidaten ein zentrales Thema, zu dem sie sich schulen lassen möchten.

Steigt ein Unternehmen oder eine Institution in einen Prozess zur internen Qualitätsverbesserung ein, sind die Rückmeldungen an die anleitenden und betreuenden Experten in aller Regel sehr positiv. Dr. Bau: „Ist der Veränderungsprozesses vollzogen und sind die eingeleiteten Maßnahmen angelaufen, blicken Führungsebene wie Arbeitnehmerschaft positiv und motiviert in die Zukunft. Verständnis und Wertschätzung für die jeweils andere Person sind gestiegen. Alle haben sich selbst und die anderen besser kennen gelernt und besitzen mehr Kenntnisse über die komplexen Zusammenhänge ihres Arbeitsumfeldes.“

www.institut-leistung-arbeit-gesundheit.de


Zweite Förderphase „unternehmensWert:­Mensch“

Wer für sein Unternehmen eine moderne Personalpolitik entwickeln will, kann das Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch“ in Anspruch nehmen. Nach der ersten Förderphase von Oktober 2014 bis Dezember 2015 profitieren Unternehmen nun von den gemachten Erfahrungen in der aktuellen, zweiten Phase des bundesweiten Förderprogramms.

Das unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, eine zukunftsfähige und mitarbeiterorientierte Personalpolitik zu entwickeln. Hierzu werden Beratungen in vier Handlungsfeldern gefördert: Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz. In diesen Bereichen erarbeiten professionelle Berater/innen gemeinsam mit Unternehmensführung und Beschäftigten maßgeschneiderte Konzepte und Maßnahmen für eine erfolgreiche Personalpolitik.

Im Rahmen einer kostenlosen Beratung in einer regionalen Erstberatungsstelle wird der konkrete Bedarf ermittelt. Anschließend werden in einer individuellen Prozessberatung gemeinsam mit den Beschäftigten passgenaue Lösungen entwickelt und umgesetzt. unternehmensWert:Mensch zielt darauf ab, nachhaltige Lern- und Veränderungsprozesse in Unternehmen anzustoßen. Je nach Unternehmensgröße werden 50 bis 80 Prozent der Beratungskosten übernommen.

http://www.unternehmens-wert-mensch.de