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Neue Lithiumbatteriespeicherfabrik in Geesthacht

Modernste Speichertechnologie

Ein entscheidender Aspekt für das Gelingen der in Deutschland angestrebten Energiewende ist die schnelle Entwicklung effektiver Speicheraggregate für die Solar-  und Windenergie sowie für elektrische Antriebstechniken. Die Herstellung großer und leistungsfähiger Akkus ist eine große Herausforderung für die Industrie. Seit einem Jahr entsteht in Geesthacht eine große Lithiumbatteriespeicherfabrik der ecc GmbH.


In der modernen Fabrikhalle sollen bereits ab Mai 2012 nach einer Rekordbauzeit von nur einem Jahr große, leistungsfähige Zellen mit einer Standzeit von bis zu 15 Jahren produziert werden. Bis zu 400 Mitarbeiter werden in dem 112 x 35 Meter großen und neun bis zwölf Meter hohen Gebäude einen Arbeitsplatz finden. Gebraucht werden Elektroniker, Elektrotechniker, Mechatroniker, Verfahrenstechniker, IT-Spezialisten, Chemiker und Handwerker aus allen begleitenden mechanischen Berufen.

Produktionshalle ecc
Die mehr als 110 Meter lange und bis zu zwölf Meter hohe Produktionshalle. Fotos: ust

Die hochmoderne Produktionsanlage mit ihrer streng geheimen Verfahrenstechnologie wird dabei so umweltschonend wie möglich arbeiten. „Wir versuchen nur Stoffe einzusetzen, die unriskant sind und produzieren in geschlossenen Kreisläufen ohne Schadstoffemissionen nach außen“, erklärt Firmenmitgründer Dr. Detlev Repenning und ergänzt: „Das ist der Vorteil von einem Standort wie Deutschland, wo sich hohe Umwelt- und Human-Standards eingebürgert haben.“ Sein Projekt, sagt der 65-Jährige, sei sehr wichtig für Schleswig-Holstein, so wie das Thema Speichertechnik für ganz Deutschland.

„Die Speichertechnologie ist der zentrale Punkt, um die erneuerbaren Energien durchsetzbar zu machen“, ist Repenning überzeugt. Dabei sei das zentrale Anliegen, das Angebot der zukünftigen Stromqualität zu verbessern. Die Geesthachter Anlage mit ihrem Herzstück – der Produktion der Zellen mit dazugehöriger Chemie - sei in Deutschland einzigartig.

Photovoltaikanlagen
Auf allen Gebäuden wurden Photovoltaikanlagen installiert.

1987 gründete Repenning in Lübeck die Firma OMT (Oberflächen- und Material-Technologie). Für sein neues Unternehmen „ecc“ habe er die technologische Vorentwicklung gemacht und dann in Ludwig Schletter als 2. Gesellschafter einen finanzstarken Partner für den Bau der Fabrik gefunden. Die Schletter GmbH aus dem oberbayrischen Kirchdorf/Haag vertreibt weltweit unter anderem Solar-Montagesysteme. So wurden in Geesthacht auch die Dächer der Produktionshalle, des Bürogebäudes sowie der überdachten Carports komplett mit Photovoltaikanlagen bestückt. An Schönwettertagen sollen so mit Hilfe der Sonne rund 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Unternehmens gedeckt werden.

ecc baut dort fertige Akkusysteme mit Gehäuse und der gesamten mechanischen und elektrischen Konstruktion für beispielsweise die E-Bikes der deutschen Post. Aber auch in Autos (Streetscooter), Service-Wagen im medizinischen Bereich oder für Logistikunternehmen kommen die Batterien zum Einsatz – und natürlich als Speichersysteme für Solar- und Windkraft, wo sie die Qualität der dezentralen Energieversorgung erhöhen.

Wicklung für die Speicherzellen
Die Zusammensetzung der Wicklung für die Speicherzellen ist ein Betriebsgeheimnis.

Effektive Speichermedien gewährleisten einen Netzausgleich durch Frequenzstabilisierung, Auffangen von Lastspitzen oder bei fluktuierender Energieerzeugung. „Das spart den Netzausbau sowie den übermäßigen Ausbau der Windkraftanlagen“, sagt Repenning und verweist auf die hohen Wirkungsgrade seiner Batterien. Dieser liege in der Regel höher als 90 Prozent. Andere Systeme wie Pumpspeicherwerke (70-75%) oder Wasserstoff mit Elektrolyse/Brennstoffzelle (35%) lägen deutlich darunter. Repenning: „Jedes Prozent Verlust im Wirkungsgrad bedeutet vier bis sechs Großwindanlagen in der Landschaft.“ ust

Statement von ecc-Firmenchef Dr. Detlev Repenning

Geesthacht überzeugt als Standort



Für die Entscheidung zur  Ansiedlung der Lithiumbatteriespeicherfabrik in Geesthacht haben uns gleich mehrere Gründe bewogen: Geesthacht in  der Metropolregion Hamburg bietet ideale Standortvorteile zur Ansiedlung einer Hochtechnologiefirma, die auf die Zukunft umweltfreundlicher Energieerzeugung setzt. Das durch kulturelle Perlen und eine einzigartige Naturlandschaft geprägte  Herzogtum Lauenburg bietet hohe Freizeitwerte und Lebensqualitäten, mit denen hoch qualifizierte Arbeitskräfte auf lange Sicht gesichert werden können. Besonders Geesthacht hat die Chance, mit seinen wissenschaftlichen Instituten und seiner Nähe zu Hamburg zu einem wissenschaftlichen, wirtschaftlich-ökologischen und kulturellen Zentrum in dem „Kraftwerk Natur“ Lauenburgs heranzuwachsen und damit weit über die Region hinaus national und international zu „leuchten“.

Anders als der gut zehn Kilometer entfernt liegende Speckgürtel Hamburgs jenseits des Sachsenwaldes gewinnt so der Osten Hamburgs eine eigene moderne wirtschaftlich-ökologische Prägung mit der naturgegebenen Integration der  gesamten Region.

Dies ist derzeit noch eine starke Vision, aber wir haben schnell den Eindruck gewonnen, dass hinter dieser Vision ein tragendes, grünes politisches Interesse in der Region steht wie überhaupt allgemein offene Arme und hilfreiche Unterstützungen der Wirtschaftsförderung Schleswig Holsteins die Ansiedlung begleitet haben.