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Thema

Serie zur Kommunikations-Infrastruktur im Kreis

Gute Multimediaversorgung in der Region

Die Versorgung der Haushalte mit Glasfaserkabeln für eine immer leistungsfähigere Multimedia-Anbindung mittels immer schnellerer Internetverbindungen ist in aller Munde. Der reibungslose sowie sichere Datentransfer via Breitband ist besonders für Unternehmen von zunehmender Bedeutung. Rasant wachsende Speichermengen an Daten in sogenannten Clouds und immer umfangreichere Internetdienste erfordern teure Hightech-Verbindungen in Gigabit-Stärke. Innerhalb der Metropolregion Hamburg ist der Kreis Herzogtum Lauenburg bei der Glasfaserkabelverlegung sehr gut aufgestellt - auch in der Fläche. In drei Folgen stellen wir Ihnen im WFL-Newsletter die aktuelle Versorgungssituation im Lauenburgischen vor.

Heute: Teil 2 - Der Mittelkreis und die Stadtwerke Geesthacht

Breitbandversorgung im Kreis Herzogtum Lauenburg - Teil 2

Mit „riotainment“ zum turboschnellen Internet

In der Kreismitte versorgen die Stadtwerke Geesthacht ihre Stadt sowie neun Gemeinden zwischen Wentorf und Schwarzenbek durch ihr Angebot „riotainment“ mit einem Breitbandanschluss. Insgesamt verfügen die Stadtwerke in Geesthacht und dem Umland über elf Technikstandorte und erwarten noch in 2015 den 2000. Kunden.

Im Dezember 2012 fiel der Startschuss für schnelles Internet und den Multimedia-Tarif „riotainment“ der Stadtwerke Geesthacht. Pilotprojekt waren die Gemeinden Dassendorf, Hohenhorn und Kröppelshagen. Seitdem kamen Wentorf, Neu Börnsen und Börnsen, Brunstorf, Hamwarde, Kollow und die Stadt Schwarzenbek hinzu. In den Gemeinden, die mit Breitbandtechnologie voll ausgebaut wurden, haben die Stadtwerke heute nach eigenen Angaben einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

In Geesthacht kann jedes Gewerbegebiet angeschlossen werden oder ist dies bereits. Hier zählen die Stadtwerke mittlerweile gut 100 Unternehmen zu ihren Kunden. „Alle Betriebe, die einen Anschluss haben wollen, bekommen diesen in maximal sechs Wochen, wenn noch kein Kabel vor der Tür liegt; ansonsten dauert es weniger als zwei Wochen“, erklärt Dennis Ressel, Vertriebsleiter Telekommunikation bei den Stadtwerken.

Kunden wollen den Turbo

Zu beobachten sei aktuell, dass viele Kunden schon jetzt von 100 auf 200 Mbit/s umsteigen. Dies geschehe in Erwartung des rasanten Bedarfs immer größerer Datentransfers. Ressel: „Mit der Glasfaserversorgung bringen wir die Menschen dazu, in der Region zu bleiben und fördern den Wirtschaftsstandort Geesthacht und Umgebung.“

Seit Juni 2015 können Kleingewerbekunden einen 200 Mbit/s-Anschluss (Download) buchen. Noch in 2015 wird auch die Gewerbekundentelefonie verfügbar sein. Für kleine Unternehmen steht das Angebot bereits, für Großkunden, die beispielsweise 50 Leitungen brauchen, ist die Versorgung demnächst umsetzbar. Schon seit einem Jahr ist in der Geesthachter Innenstadt ein kostenloses WLAN-Netz verfügbar.

So werden Gemeinden erschlossen

Bevor ein Versorger mit der kostenaufwändigen Verlegung der Glasfaserkabel beginnt, braucht es aus den entsprechenden Gemeinden eine mindestens 50-prozentige Zusage aller Haushalte für einen Vertragsabschluss. Ein umfangreicher Prozess am Beispiel der Stadtwerke Geesthacht (von D. Ressel): In aller Regel beginnt es mit ersten Anfragen für Anschlüsse aus Privathaushalten und Gewerbebetrieben beim Versorger. Führt dieser eine Analyse der aktuellen Versorgungssituation durch, werden benötigte Leitungslängen und die Anzahl der Haushalte ermittelt. Gepaart mit Erfahrungswerten aus anderen Gemeinden, lassen sich daraus erste Erfolgsaussichten und die für einen positiven Businesscase benötigte Anschlussanzahl ableiten. Geplante Neubaugebiete machen den Einstieg in eine Gemeinde einfacher, da die Erschließungskosten dieser Gebiete geringer sind.

Info-Veranstaltung im Gemeindehaus

Es folgen Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat, denen der Versorger sein Konzept vorstellt. Der Bürgermeister informiert in einem Schreiben über die anstehenden Aktivitäten und lädt die Gemeinde zu einer Informations­veranstaltung ein, die z. B. im Gemeindehaus durch den Anbieter durchgeführt wird. Informiert wird über Produkte, Vorteile der Glasfaserleitung und die Baumaßnahmen.

Dann haben alle Haushalte in der Regel drei Wochen Zeit, einen Vertrag für eines der angebotenen Produkte mit dem Versorger zu schließen. In dieser Zeit berät dieser auch vor Ort und prüft die individuellen Gegebenheiten, zum Beispiel ob die Hausverkabelung weiterhin genutzt werden kann. Es finden zudem während der gesamten Zeit umfangreiche Marketingaktivitäten und offene Beratungs­­termine in der Gemeinde statt.

50 bis 60 Prozent der Haushalte

Zum Stichtag muss die erforderliche und zuvor kommunizierte Anschlussquote, die in der Regel bei 50 bis 60 Prozent liegt (bezogen auf alle Haushalte in der Gemeinde), erreicht sein. Stimmt der Aufsichtsrat des Versorgers (hier: der Stadtwerke Geesthacht) anschließend dem Projekt zu, wird der Bau beauftragt und alle Kunden in Abhängigkeit von der derzeitigen Vertragslaufzeit an das Glasfasernetz angeschlossen.

Die Bürgermeister sind meistens zum Wohle und Attraktivität der Gemeinde an einem Ausbau interessiert und unterstützen das Projekt, zum Beispiel mit dem Versand der Einladungen. Beratungen führen die Bürgermeister in ihrer neutralen Funktion nicht durch.

Nun folgt meistens die Abfrage der Nachbargemeinde(n), da in der Zeit der Abfrage die Aufmerksamkeit auf das Projekt, etwa durch die Berichterstattung in den Medien, auch in anderen Gemeinden steigt und der ausführende Versorger verstärkt Anfragen zum Ausbau erhält.

www.stadtwerke-geesthacht.de
www.riotainment.de


Ausbau in Schwarzenbek

In Schwarzenbek wurde im September 2014 mit der Glasfaserverlegung in die aktuellen Neubaugebiete begonnen. Seitdem sind weitere Gebiete der Europastadt hinzugekommen. In Bezug auf die benötigten Quoten für die Glasfaserverlegung (50 Prozent der Haushalte) bildeten sich sogar Bürgerinitiativen, die Unterschriften für den Ausbau sammelten. Daraufhin haben die Stadtwerke die Bewohner dieser Gebiete offiziell befragt. Das Ergebnis: Kürzlich wurde die Versorgung eines ersten Gebietes mit Glasfaser fertiggestellt. In einem weiteren haben die Bauarbeiten begonnen.

„Die Akquise von zwei weiteren Wohngebieten mit insgesamt 200 Einheiten konnte jüngst positiv abgeschlossen werden, und weitere Gebiete sind in Planung“, erklärt Ressel. So begann in Schwarzenbek vor wenigen Wochen der Ausbau des Glas­faser­netzes im Wohnpark Sachsenwald, der noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll.

Auch im Schwarzenbeker Gewerbegebiet sei ein Anschluss grundsätzlich und zeitnah möglich, erklärt Dennis Ressel: „Bei einer ausreichenden Anschluss­quote sind wir jederzeit bereit, mit FTTH (Fibre to the home) auszubauen.“ Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Erschließung der Gemeinden Kollow und Hamwarde, wo sich 60 Prozent der Haushalte für die Breitbandversorgung ausgesprochen haben. Baubeginn ist im ersten Quartal 2016.


Kontakt

Stadtwerke Geesthacht GmbH
Dennis Ressel,
Leiter Vertrieb Multimedia & IT
Schillerstraße 9
21502 Geesthacht

Telefon: 0 41 52 / 929 – 321
www.stadtwerke-geesthacht.de
www.riotainment.de

Dennis Ressel, Leiter Vertrieb Multimedia & IT