Logo WFL

Gulbahar Tobacco International

Neues Unternehmen für Tabakverarbeitung in Schwarzenbek

Im Mai startet im Schwarzenbeker Gewerbegebiet an der Grabauer Straße „Gulbahar Tobacco International“ seine Zigarettenproduktion. Das Unternehmen mit dem klangvollen Namen des Firmenchefs Gulbahar Habibi hat seinen Stammsitz im arabischen Dubai und will in Deutschland eine feine Zigarette für gehobene Ansprüche der Kundschaft im arabischen Raum produzieren. Dort gilt „Made in Germany“ auch für Tabakwaren als Qualitätssiegel.

Firmenchef Gulbahar Habibi und Knut Boockhoff (CEO).

Aller Anfang ist schwer, heißt es. Und so gibt es auch für Gulbahar Habibi aus Dubai und seinen Geschäftsführer für den Standort im Herzogtum Lauenburg, Knut Boockhoff, vieles zu organisieren, bevor in Schwarzenbek die ersten Zigaretten hergestellt, verpackt und verschickt werden können.Reibungslos hingegen lief die Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Europastadt. „Die Stadt Schwarzenbek hat sich wirklich sehr um das Projekt bemüht“, lobt Knut Boockhoff.

Lob für die Stadt Schwarzenbek

Nach seiner Standortanfrage habe sich der Wirtschaftsförderer der Verwaltung, Ralf Hinzmann, vorbildlich engagiert und aller Dinge angenommen. So laufen derzeit die Vorbereitungen für den Produktionsstart in der etwa 3.000 Quadratmeter großen Halle plus Bürogebäude auf Hochtouren. Boockhoff: „Wir starten mit zehn Mitarbeitern und gehen davon aus, dass wir Ende des Jahres 50 Arbeitskräfte beschäftigen.“

Vorbereitungen: Die 3.000 Quadratmeter große Produktionshalle.

Etwas schwieriger gestaltete sich die Suche nach einem Namen für die hochklassige Zigarettenmarke, die im Hard Pack in drei Stärken produziert wird. Eine Frankfurter Werbeagentur machte an die 25 Vorschläge. Doch letztlich fand Gulbahar Habibi den Namen für sein neues Produkt selbst. Als der 44-Jährige bei einem seiner Aufenthalte aus seinem Hotelzimmer im Hamburger Interconti wieder einmal den Blick auf die Alster genoss, war plötzlich der Name gefunden.

Hochklassiges Produkt

Drei Kompressoren versorgen die Produktionsmaschinen mit Pressluft.

„Herr Habibi hat mir gesagt, dass ‚Alster‘ als Bezeichnung für ein hochwertiges Produkt für arabische Ohren sehr gut klingt“, erzählt Boockhoff. Hochwertig wird auch die Verpackung mit aufwändigem Prägedruck in dezenten Farben sein. Da im Zielmarkt – bei Frauen wie Männern – Slim-Zigaretten bevorzugt werden, wird in diesem Format produziert werden. Dafür wird in Schwarzenbek die fertige Tabakmischung mit Spezialmaschinen zu Zigaretten verarbeitet und verpackt.

Bei der Herstellung einer Zigarette, so Boockhoff, werden vom Tabak bis zur Verpackung rund 15 Materialien verarbeitet. Die Produktion geschieht mit den Spezialmaschinen weniger Hersteller. Ein Marktführer ist die Firma Hauni, die sich obendrein in direkter Nachbarschaft zu Gulbahar Tobacco befindet. Sie stellt die so genannten „Maker“ her. Dieser Maschinentypus wird im zweiten Produktionsschritt vom „Packer“ ergänzt, den (ebenfalls) Marktführer Focke & Co aus Verden/Aller geliefert hat. In Deutschland, so Boockhoff, sind insgesamt rund 250.000 Menschen in der Tabakindustrie beschäftigt.

Internationaler Konzern

Gulbahar Tobacco International ist Teil der Gulbahar Holding Group. Sitz des Konzerns und der Fertigung ist in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und wurde von Firmenchef Gulbahar Habibi 1997 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter.

Gulbahar Tobacco beliefert die Märkte des Mittleren und Fernen Ostens, Afrika, den Balkan, Osteuropa und den CIS-Raum (Commonwealth of Independent States = ehemalige Sowjet-Republiken). Das erfolgreiche Unternehmen hat sich seit seiner Gründung vor 16 Jahren kontinuierlich entwickelt und vergrößert.

Wurde die Zigarettenherstellung 1997 auf 500 Quadratmetern begonnen, umfassen die Produktionsanlagen in Dubai heute 10.000 Quadratmeter. Die Produktionszahlen stiegen von 100 Millionen Zigaretten monatlich auf eine Milliarde. Gefertigt werden Hard und Soft Packs.

www.gulbahartobacco.com

Deutsche Rechtsfragen

Noch nicht „in trockenen Tüchern“ und etwas pikant – zumindest aber zum Schmunzeln – sind derzeit die Fragen zu Status und Aufenthaltsrecht von Unternehmenseigner Habibi. Der gebürtige Afghane hält sich am Standort seiner neuen Firma mittels Visum auf und könnte als Nicht-EU-Bürger in Deutschland nicht Geschäftsführer seiner Kapitalgesellschaft werden, berichtet sein Stellvertreter (CEO) Knut Bookhoff. Aufhalten darf Habibi sich hier 90 Tage am Stück oder insgesamt 180 Tage per anno. Zuletzt habe er ein Visum für zwei Jahre erhalten, berichtet Gulbahar Habibi verständnislos, dürfe sich aber nur zwölf Monate von den 24 in Deutschland aufhalten.

Derzeit gibt es sowohl mit der Ausländerbehörde in Ratzeburg als auch dem Kieler Innenministerium Gespräche zu diesem Sachverhalt. Boockhoff: „Wir sind um eine Klärung bemüht.“