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„jugend forscht“-Regionalwettbewerb Süd 2013

Vom Geistesblitz zur Wissenschaft

Jede Menge beeindruckende Ideen und Forschungsleistungen aus Schleswig-Holstein gab es am 1. Februar 2013 beim Regionalwettbewerb Süd 2013 der Hamburger Stiftung „jugend forscht“ zu bestaunen. Gastgeber waren bereits zum vierten Mal das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) zusammen mit dem Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum (GITZ). Mehr als 90 Schüler von 14 Schulen präsentierten ihre Projekte und Konzepte in den Sparten "Schüler experimentieren" (bis 14 Jahre) und "jugend forscht" in fünf Kategorien.

„Am Anfang steht ein Geistesblitz“ und kurz darauf die Erkenntnis: „Deine Idee lässt Dich nicht mehr los.“ So wirbt die Stiftung „jugend forscht“ in ihrer aktuellen, kleinen Broschüre bei Schülern (und deren Lehrern), die Neugierde, wie etwas ist oder funktioniert, sein oder funktionieren könnte, in forschenden Aktionismus umzusetzen.

Unverstellter Blick

Wer die Ergebnisse in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Physik und Technik gesehen hat, weiß, dass Kinder in der Lage sind, auf eine vorbehaltlose und einfache Art Dinge zu hinterfragen, die uns Erwachsenen manchmal nicht mehr zugänglich scheinen:

Spare ich Strom, wenn ich anstatt schnell und mit voller Saugkraft, etwas länger mit geringerer Saugkraft staubsauge? Wie verhalten sich Autoreifen auf glatter Straße oder funktionieren die Gesetze der Aerodynamik? Wie kann chemische Energie mithilfe einer Galvanischen Zelle in elektrische Energie umgewandelt oder durch Solar-, Wind- und Wasserkraft Autos und Flugzeuge bewegt werden? Was haben Muscheln, Kletten und Urzeitkrebse gemeinsam?

 

André Wisotzki (12) vom Gymnasium Harksheide erklärt die Funktionsweise seines Solarflugzeuges.
Jannik Rank (15) von der Klaus-Groth-Schule in Tornesch erforschte die Einlagerung von Farbstoffen in Pflanzen.

Kreative Suche nach Antworten

Fabian Junge (15) vom Gymnasium Am Heimgarten in Ahrensburg hat Solanin in Kartoffeln nachgewiesen.

Wie wirkt sich die Einlagerung von Farbstoffen in Pflanzen auf deren Wachstum aus und kann in Kartoffeln Solanin nachgewiesen werden? Wie viel Vitamin C steckt in einem Apfel oder Zucker sowie Zuckerersatzstoffe in Cola? Wie stelle ich eine ökologische Handcreme her, und welche Windel saugt am meisten Flüssigkeit auf? Was ist eine Lese-Rechtschreibschwäche und wie können Lernhilfen für Legastheniker aussehen?

Die jungen Forscher/-innen wurden vor laufender Kamera interviewt. Hier Mona Merz, Ira Wirth und Lisa Kalies vom Lübecker Johanneum.

Auf dem Gebiet der Technik beeindruckten beispielsweise ein Rollator, der kleine Hindernisse überwinden kann, ein selbst gebautes Luftkissenfahrzeug oder der Prototyp eines Solarofens. Besonders praxistauglich war eine Notrufeinrichtung für den Rudersport, die wassergeschützt in einer Box, im Boot befestigt, im Falle des Kenterns ein Signal ans Handy des Trainers schickt. 

Von Henri Nannen 1965 gegründet

Der jährlich stattfindende Wettbewerb "jugend forscht" ist der größte europäische Jugend­wettbewerb für Natur­wissen­schaften und Technik. Er wurde 1965 vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen initiiert. Veranstalter ist die Stiftung Jugend forscht e. V.

Das Ziel: Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und Talente zu fördern. Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 100 Wettbewerbe. Teilnehmen können Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. Die Teilnehmer suchen sich selbst ein Forschungsprojekt.

"jugend forscht" ist ein wirksames Instrument zur Nachwuchsförderung. Seit Gründung haben sich mehr als 200 000 Jugendliche beteiligt. Neun von zehn erfolgreichen Teilnehmern studieren später in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Viele sind anschließend als Wissenschaftler an Hochschulen und in Forschungs­einrichtungen oder als Führungs­kräfte in Unternehmen tätig.

www.jugend-forscht.de

Große Bandbreite an Projekten

Die Jury-Mitglieder hatten bei den 47 höchst unterschiedlichen Projekten bis zur Siegerehrung im Hörsaal des Helmholtz-Zentrums am Nachmittag die Qual der Wahl. Die siegreichen Jungforscher in den fünf Kategorien qualifizierten sich für den Landeswettbewerb am 10. April in Kiel. Von dort geht es weiter zum 48. Bundeswettbewerb, den die Stiftung Jugend forscht e. V. gemeinsam mit der Bayer AG vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 in Leverkusen ausrichtet.

Die Gewinner des Regionalwettbewerbs Süd werden auf der Website des Helmholtz-Zentrums mit ihren Projekten vorgestellt.

www.hzg.de