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Handelskammer China / Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) in China

European Textile Center in Schwarzenbek

Showroom und Lager für Bettwäsche aus China

Ein Zufall und doch mehr: Am 21. Januar 2014 öffnete in Schwarzenbek nicht nur das chinesische Unternehmen European Textile Center (ETC) sein Geschäft für Bettwäsche, sondern zeitgleich in Berlin auch die erste chinesische Handelskammer in Deutschland ihre Türen. In der Europastadt möchte die neue Firma aus der Haustextilien-Branche über die Metropolregion Hamburg den deutschen und europäischen Markt erobern.

 

Der Vorsitzende der Jiangsu S&C International Group, Zhonghui Zhu, eröffnete die Reihe der Redner.

Seit Herbst 2010 hatte ETC den deutschen Markt studiert und fühlte sich jetzt nach Aussage von ETC-Geschäftsführer Song (Mikel) Wang gerüstet, um mit der Eigenmarke „Sternenzelt“ „mit ganzer Kraft in den neuen Markt zu starten“. ETC ist ein Tochterunternehmen der „Jiangsu S&C International Group“ aus Schwarzenbeks chinesischer Partnerstadt Haimen. Die Metropolregion Hamburg mit ihrem Hafen waren weitere Standortfaktoren. Die Hansestadt ist ein bevorzugter Standort chinesischer Auslandsaktivitäten.

Große Zukunftserwartungen

Ein Holzpferd für gutes Gelingen: ETC-Geschäftsführer Song Wang, Ministerpräsident Torsten Albig und Zhonghui Zhu posierten für die Presse.

Ist der Umfang der Unternehmung beim aktuellen Start eher klein, gibt es große Erwartungen für die Zukunft. Das spiegelte bereits die Liste der Gäste und Redner bei der Eröffnung wieder. Neben dem Vorsitzenden des ETC-Mutterkonzerns, Zhonghui Zhu, sprachen deshalb vor den etwa 100 Gästen auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, Torsten Albig (SPD), der Generalkonsul der Volksrepublik China in Hamburg, Huiqun Yang, sowie der Bürgermeister der Europastadt, Frank Ruppert. Die Grußworte und guten Wünsche hörten unter anderem Albigs Vorgänger Peter Harry Carstensen (CDU) und IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning.

„Unser Mutterkonzern arbeitet seit mehr als 30 Jahren sehr erfolgreich im chinesischen Markt. Wir sehen uns als professionelle Schnittstelle zwischen der chinesischen Heimtextilindustrie und dem deutschen Markt”, erklärt Wang. So gehöre zur Jiangsu S&C International Group in Haimen Chinas größtes Handelszentrum für Heimtextilien „Die Shi Qiau“. Dort konzentrierten sich mehr als 6.000 Unternehmen, die sich in irgendeiner Form mit Heim- und Haustextilien befassen – vom Zulieferbetrieb bis zum Produzenten. Auf dieses Beschaffungs-Potenzial möchte die deutsche ETC in Zukunft zurückgreifen.

Gehobene Qualitäten

Der großzügige Showroom zeigt einen Querschnitt des Angebots.

Preislich rangieren die Kollektionen im mittleren und hochpreisigen Segment. Erhältlich sind bei der Bettwäsche erst einmal Makosatin und Baumwoll-Qualitäten, aber auch hochwertige Seidengewebe in Jacquard-Optik. „Wir legen sehr viel Wert auf attraktive und wettbewerbsfähige Preise in einer hervorragenden Qualität”, betont Sales Managerin Birgit Noroschat.

Bis Ende 2014 soll die Zahl der Mitarbeiter von sechs auf zehn steigen, darunter eine Designkraft aus Deutschland, die der bereits engagierten chinesischen Kollegin zur Seite stehen soll, sowie Mitarbeiter für den Vertriebsinnendienst und das Lager. Doch aller Anfang ist schwer und so wird der Außendienst vorerst allein von Birgit Noroschat bestritten: „Wir können natürlich nicht erwarten, dass Kunden aus West- oder gar Süddeutschland unseren Schwarzenbeker Showroom besuchen werden.”

www.sc-etc.de

Das Reich der Mitte in Europa

Der chinesische Generalkonsul in Hamburg, Huiqun Yang, bei der ETC-Eröffnung.

Erste chinesische Handelskammer in Deutschland

Immer mehr chinesische Firmen engagieren sich in Europa. Deutschland ist dabei eine beliebte Plattform, von der aus die europäischen Märkte erobert werden sollen. Chinesen schätzen die gute Logistik und Infrastruktur sowie die zentrale Lage Deutschlands. Etwa 3,8 Milliarden Euro haben Unternehmer aus China aktuell in Deutschland investiert. Das ist vergleichsweise wenig. Die Investitionen deutscher Firmen im Reich der Mitte betragen das Zehnfache.

Das soll sich ändern. Analysten erwarten für die deutsche Wirtschaft in den kommenden Jahren massive Investitionen von Unternehmen aus China. So hatte die Chinesische Handelskammer in Deutschland (CHKD) bei ihrer Eröffnung am 21. Januar 2014 in Berlin im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bereits 100 Mitglieder. Die Eröffnung spiegelt den Willen der chinesischen Parteiführung wider, die in ihrem aktuellen Fünf-Jahres-Plan die Internationalisierung der chinesischen Wirtschaft festgeschrieben hat.

Übrigens wurde die erste deutsche Handelskammer 1987 in Hongkong eröffnet, das damals noch britische Kolonie war. Heute gibt es vier Auslandshandelskammern in China (plus einer in Taiwan) mit mehr als 2500 Mitgliedern.

Partnerschaft im Reich der Mitte

Das Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) in China

Unternehmen zwischen Nord- und Ostsee, die sich international engagieren wollen, finden in der „Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH“ (WTSH) für Fragen zur Wirtschafts- und Technologieförderung den richtigen Ansprechpartner. Als "One-Stop-Agentur" hilft die WTSH bei allen Innovations- und Außen­wirtschafts­projekten.

China gilt für deutsche Unternehmen als Wachstumsmarkt der Superlative und steht mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp 8.000 Mrd. $ (2012) international auf einem Spitzenplatz. Die Wirtschaft entwickelt sich nach wie vor positiv – insbesondere in der 55 Millionen Einwohner zählenden Provinz Zhejiang, die mit Schleswig-Holstein seit 1986 eine enge Partnerschaft verbindet.

Die WTSH ist hier in der sechs Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Hangzhou - in unmittelbarer Nähe zu Shanghai - mit dem Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) in China präsent. Hier werden unter anderem Kontakte zur chinesischen Wirtschaft hergestellt, Geschäftsreisen organisiert, bei der Korrespondenz mit chinesischen Partnern geholfen oder eine permanente Postadresse sowie Telefon- und Faxnummer für Firmen eingerichtet. Die Experten der WTSH helfen Firmen praktisch bei allen Fragen und Problemen des Marktauftritts in China bereits vorbereitend in Deutschland und dann vor Ort in China.

Wachsende Beziehungen zwischen China und Schleswig-Holstein

Rund 80 bis 100 Unternehmen pro Jahr, die Interesse am chinesischen Markt haben oder einen Markteinstieg planen, werden von der WTSH betreut. Insgesamt wurden bisher etwa 1.000 schleswig-holsteinische Firmen auf Ihrem Weg nach China unterstützt. Dabei funktioniert das Schleswig-Holstein Business Center laut WTSH „nach dem Prinzip eines Durchlauferhitzers“.

Die Unternehmen verbleiben im Durchschnitt etwa zwei Jahre. Ist der Markteinstieg geschafft, sind passende Partner gefunden oder Aufträge generiert worden, gründen die Firmen üblicherweise eine eigene Repräsentanz oder Niederlassung. Bei Bedarf werden sie auch dabei von der WTSH unterstützt. Derzeit hat das SHBC in Hangzhou rund 30 Mitglieder. Im Gegenzug wurden seit 2008 durch die Unterstützung der WTSH in Schleswig-Holstein 30 chinesische Unternehmen angesiedelt.

Seit Bestehen des SHBC in Hangzhou ist eine signifikante Steigerung der Exportrate schleswig-holsteinischer Unternehmen nach China zu verzeichnen - von 2000 bis 2011 um 215 %. Damit liegt dieser Wert deutlich höher als die vergleichbare Steigerung der Gesamtexporte in diesem Zeitraum (85 %). Zu diesen Zahlen dürfte das SHBC einen maßgeblichen Beitrag geleistet haben.

www.schleswig-holstein.de