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B208 - Bauarbeiten am Harmsdorfer Kreuz

Eisenbahnbrücke tiefergelegt

Am westlichen Ortseingang Ratzeburgs gehört das Warten vor den geschlossenen Schranken des Bahnübergangs am Bahnhof seit Jahrzehnten zur Verkehrssituation dazu. Ein Brückenneubau am Harmsdorfer Kreuz soll diese Verkehrsbehinderungen ab September 2014 beseitigen. Die Bauarbeiten schreiten voran und sollen in Gänze 2015 fertiggestellt werden.

Mit hydraulischen Pressen wurde die Brücke Zentimeter um Zentimeter abgesenkt. Fotos: Guido Klossek, Stadt Ratzeburg

In einem eindrucksvollen, technischen Schauspiel wurde Anfang September die rund 600 Tonnen schwere und 43 Meter lange Eisenbahnbrücke mittels hydraulischer Pressen um 1,10 Meter auf ihre endgültige Position herabgelassen. Etwa 40 Zentimeter täglich konnte das Bauwerk abgesenkt werden, so dass es nach zweieinhalb Tagen schließlich auf seinen Widerlagern und Pfeilern zum Ruhen kam.

Parallel zum „Tieferlegen" der Brücke wurden die einzelnen Brückensegmente endgespannt. Dafür wurde der scheinbar starre Brückenkörper mit starkem Druck an innenliegenden Stahllitzen auf Spannung gebracht und leicht nach oben gewölbt. Rund 16 Zentimeter konnten die Stahllitzen auf diese Weise aus dem Bauwerk herausgezogen werden.

Das Vor-und Endspannen der Brücke erfolgte mit einer Bündelspannpresse. Die Stahllitzen wurden dabei 16 Zentimeter aus dem Brückenkörper herausgezogen. 

Eine Herausforderung: Brückenbau bei laufendem Bahnbetrieb.

Im August waren die einzelnen Brückensegmente zuvor betoniert worden. Die Arbeiten konnten bei laufendem Bahnbetrieb auf der Strecke Lüneburg-Lübeck ausgeführt werden, da sich der Brückenoberbau ja noch 1,10 Meter über den Brückenpfeilern und Widerlagern befand. So gab es für die täglich rund 40 Nahverkehrszüge und zahlreichen Güterzüge eine ausreichende Durchfahrtshöhe. Auf hydraulischen Pressen gelagert wurden die Brückenfelder jetzt nach ihrer vollständigen Fertigstellung auf ihre endgültige Position abgesenkt.

Mit der absehbaren Fertigstellung der Eisenbahnbrücke wird ein wichtiges Etappenziel bei der Vollendung des Harmsdorfer Kreuzes erreicht. Anschließend stehen die umfangreichen Bauarbeiten zur Einrichtung der neuen Straßentrasse an. Mit einer endgültigen Fertigstellung wird in 2015 gerechnet. Die B208 ist die Verbindungsstraße zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg im Westen und dem Landkreis Nordwestmecklenburg im Osten und eine bedeutende West-Ost Achse im norddeutschen Raum. Das Harmsdorfer Kreuz (B207 + B208) gewährleistet die störungsfreie Anbindung an das Fernstraßennetz der Bundesautobahnen A20 im Norden und A24 im Süden. Außerdem soll im Zuge der Arbeiten auch eine Anbindung des Ratzeburger Gewerbegebiet West an die B208 erfolgen.

www.ratzeburg.de

Bund und Bahn zahlen Löwenanteil

Verantwortlich für die Baumaßnahme ist der Landesbetrieb für Straßenbau- und Verkehr Schleswig-Holstein, Niederlassung Lübeck. Die Baukosten werden mit rund 4,3 Millionen Euro veranschlagt, die sich der Bund und die Deutsche Bahn AG teilen müssen. Die Stadt Ratzeburg trägt die Kosten für die erwähnte Anbindung an die Robert-Bosch-Straße in Höhe von 320.000 Euro.