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Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg informiert

Unternehmen müssen sich auf demographischen Wandel einstellen

Das Thema ist ein Dauerbrenner. Allein in diesem Jahr werden rund 80.000 Ausbildungsstellen in Deutschland nicht besetzt werden können. Ein Hauptaspekt des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft - es fehlt an Nachwuchs. Die Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg ruft jetzt den Gesellschaftswandel auf die Tagesordnung und regt zur Diskussion an. Die Unternehmen im Lauenburgischen sollten sich effektiv und frühzeitig auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereiten.

Kristina Schuhoff, Fachbereich Landesplanung im Kieler Innenministerium.

"Der demographische Wandel, das heißt Einwohnerrückgänge und ein immer höherer Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, gehört zu den großen Herausforderungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten. Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg und dort ansässige Unternehmen werden die Auswirkungen zukünftig immer deutlicher spüren", sagt Kristina Schuhoff. Die Expertin des Fachbereichs Landesplanung im Kieler Innenministerium referierte zum Thema vor 150 geladenen Gästen der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg.

Eine Bevölkerungsvorausberechnung des Statistikamtes Nord, die 2011 im Auftrag des Innenministeriums Schleswig-Holstein erstellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die Einwohnerzahl des Kreises Herzogtum Lauenburg bis 2025 zwar insgesamt nur um etwa 2.200 zurückgehen wird. Von den Rückgängen werden die ländlichen Teilräume des Kreises allerdings stärker betroffen sein als der Süden, der auch weiterhin von Wanderungsgewinnen aus Hamburg profitieren wird.

Veränderungen in der Altersstruktur werden sich hingegen überall im Kreis bemerkbar machen. Der Anteil der jungen Menschen unter 20 Jahren wird von heute 20% auf 16,6% zurückgehen. Gleichzeitig wird es in den nächsten Jahren immer mehr Menschen geben, die 65 Jahre und älter sind. Ihr Anteil wird von heute 21,6% auf 26,7% in 2025 steigen. Unter ihnen wird vor allem die Zahl der Hochbetagten stark zunehmen. 2025 werden im Kreis rund 20.000 Menschen leben, die 80 Jahre und älter sind. Das sind doppelt so viele wie heute.

Der demographische Wandel hat Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche. Neben Kindergärten, Schulen und Pflegeeinrichtungen werden unter anderem auch das Gesundheitswesen, der ÖPNV, die sozialen Sicherungssysteme, der Wohnungs- und Arbeitsmarkt, Einzelhandel und Tourismus und das gesamte gesellschaftliche Miteinander betroffen sein.

Unternehmen müssen sich rechtzeitig auf die demographischen Veränderungen einstellen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern auch Marketing und Vertrieb gehören vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auf den Prüfstand.

Besonders sollten Unternehmen beim demographischen Wandel aber ihre eigene Belegschaft im Blick haben, denn auch sie wird in den nächsten Jahren im Durchschnitt immer älter. Fort- und Weiterbildung müssten daher ebenso selbstverständlich sein wie Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Know-how und ihren Erfahrungen das wichtigste "Kapital".

Bereits heute haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Aufgrund des demographischen Wandels wird sich diese Entwicklung weiter verschärfen. Potentiale gibt es vor allem noch bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Unternehmen sollten zudem viel Wert auf Ausbildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen, um Mitarbeiter zu binden und ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen.