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Solarpark Lanken ist am Netz

Sonnenstrom für 7.000 Haushalte

In der Rekordzeit von nur zweieinhalb Monaten ist der Solarpark Lanken bei Elmenhorst fertig gestellt worden. Dass zur Einweihung am Sonntag, dem 2. September, die Sonne aus allen Knopflöchern schien, passte zum freudigen Anlass. Der Investor, die RIO Energie GmbH aus Mainz, hatte zum Open House eingeladen und viele Bürger nutzten die Gelegenheit zur Besichtigung des zweitgrößten Solarparks in Schleswig-Holstein.

Reger Andrang herrschte bei den Technikführungen durch den Solarpark.

Etwa 1.200 Besucher kamen bei bestem Wetter zum Open House des Solarparks und nutzten die Gelegenheit, sich bei einer Führung durch das Solarpaneelfeld die Technik der regenerativen Energieerzeugung durch Sonnenlicht erläutern zu lassen. Auf dem 60 ha großen Grundstück wurden 103.600 Module der Firma BYD verbaut, die jährlich etwa 23 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugen werden. Das reicht, um mehr als 7.000 Haushalte mit elektrischer Energie zu versorgen. Zum Auftakt der Veranstaltung sprachen für den Investor Dr. Werner Sticksel von der Stadtwerke Mainz AG sowie Andreas Fischer für die juwi Solar GmbH. Beide Gesellschaften sind zu gleichen Teilen in einem Joint Venture an der RIO Energie GmbH beteiligt.

Sticksel verwies auf das Engagement der Stadtwerke Mainz im Bereich der regenerativen Energieerzeugung, in die bereits Beträge in dreistelliger Millionenhöhe investiert worden seien (siehe rechte Spalte). Dabei wird auch in Mainz bei der Versorgung auf einen Energiemix und auf die Nutzung von Sonne, Wasser, Gas sowie der Müllverbrennung gesetzt. Andreas Fischer lobte die entschlossene Realisierung des Projekts und erneuerte das Kooperationsangebot der RIO Energie GmbH, alle „Partner vor Ort mit ins Boot zu holen“.

Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Luftbild Solarpark Lanken, Bild: Timo Jann

Kreispräsident Meinhard Füllner betonte, dass die in Deutschland in Angriff genommene Energiewende nur zu schaffen sei, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen diese auch als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachteten. Er dankte allen am Bau des Solarparks beteiligten Kräften für die schnelle Umsetzung der Pläne und unterstrich die Leistung der Verwaltung. Er appellierte an die regionalen Versorgungsbetriebe, mit der juwi Solar GmbH zusammen zu arbeiten. Bezüglich des Standortes unterstrich Füllner, das die für den Solarpark genutzte Fläche ausdrücklich zur gewerblichen Nutzung vorgesehen gewesen sei. Weder sei der Landwirtschaft Fläche zur Nahrungsmittelerzeugung verloren gegangen, noch wertvoller Wirtschaftwald gerodet worden.

Wer die Anlage besichtigte, konnte erkennen, welch ein Kraftakt in nur zweieinhalb Monaten Bauzeit vollbracht wurde. 14.500 Pfosten waren für insgesamt 2.400 Gestelltische zur Aufnahme der mehr als 100.000 Solarmodule ins Erdreich gerammt worden. Mehr als 420 Kilometer Gleichstromkabel wurden für das Photovoltaik-Kraftwerk verlegt. Das hat eine maximale Spitzenleitung von bis zu 24,5 Megawatt Peak (1 MWp = 1.000 kWp). Aufeinander gestapelt ergäben die Solarpaneele einen Turm von 5,2 Kilometer Höhe. Hintereinander gelegt wäre dies die Strecke von Elmenhorst bis Flensburg.

Ständerreihe mit Tischen zur Aufnahme der Photovoltaik-Module.
420 Kilometer Gleichstromkabel leiten den Strom aus der Fläche ab. Die Solarmodule sind 164 mal 99 Zentimeter groß.

Energiewende auch im Rheinland

Unter dem Motto „Strom aus der Natur“ forciert die Stadtwerke Mainz AG seit Jahren ihr Engagement auf dem Sektor der erneuerbaren Energien. Im Frühjahr 2012 war sie an 20 Windkraftanlagen, 200 Photovoltaikanlagen und einer Wasserkraftanlage beteiligt. 2011 wurden so insgesamt knapp 100 Millionen kWh umweltfreundlicher Strom erzeugt. In den vergangenen zehn Jahren wurden rund 200 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien (EE) investiert.

Dabei betreibt die Stadtwerke AG viele EE-Anlagen wie den jetzt in Elmenhorst eröffneten Solarpark außerhalb der Region. Ende 2011 war sie jenseits ihres Netzgebietes an 94 solcher Anlagen direkt oder indirekt beteiligt. Diese lieferten im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen kWh umweltfreundlichen Strom. Zusammen mit den Anlagen aus der eigenen Region kommt die Stadtwerk Mainz-Gruppe auf insgesamt 199 EE-Anlagen.

In einer Klimaschutzvereinbarung mit der Stadt Mainz verpflichteten sich die Stadtwerke 2007 bis zum Jahr 2020 20 Prozent des in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt benötigten Stroms aus regenerativen Energien bereit zu stellen. Das entspricht einer Leistung von etwa 300 Millionen Kilowattstunden.