• Young adults in training course

Zwischenbilanz am Ausbildungsmarkt

Noch knapp 1.400 Ausbildungsplätze unbesetzt

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses* trafen sich jüngst im Jobcenter in Mölln, um eine erste Bilanz zum Ausbildungsmarkt in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn zu ziehen. Das gemeinsame Fazit: die Zahl der bislang gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 2.257 in beiden Kreisen auf einem 10-Jahres-Höchstwert zu diesem Zeitpunkt und die Unternehmen suchen in fast allen Bereichen Nachwuchs - insgesamt für 1.400 Ausbildungsstellen.

„Für eine abschließende Bewertung der Situation am Ausbildungsmarkt ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu früh“, so die Teilnehmer des regionalen Ausbildungsbündnisses im Jobcenter Mölln. Einige Trends gebe es jedoch: die Unternehmen wollen ausbilden, die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen ist zum Vorjahr nochmals gestiegen und es gibt weiterhin ein breites Angebot an Ausbildungsplätzen zum Herbst.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg liegt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen mit 950 um 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen setzen weiter auf die duale Ausbildung und engagieren sich stark in der Ausbildung junger Menschen. Die Zahl der Bewerber liegt mit aktuell 912 leicht unter dem Niveau von 2018.

IN FAST ALLEN HANDWERKSBERUFEN GIBT ES NOCH AUSBILDUNGSPLÄTZE

Auch im Handwerk ist die Ausbildungsbereitschaft sehr hoch. In den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn liegt die Zahl der Ausbildungsverträge über dem Vorjahresniveau. Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind bislang 112 Ausbildungsverträge eingetragen worden - zwei mehr als im Vorjahr. Ausbildungssuchende finden noch in fast allen Handwerksbereichen Ausbildungsangebote. „Eine Umfrage unserer Mitgliedsbetriebe hat ergeben, dass noch mehr als 80 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen“, so Susanne Bendfeldt, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Herzogtum Lauenburg. 

Ebenfalls im Bereich der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) suchen viele Unternehmen weiterhin Ausbildungsnachwuchs. Die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge liegt aktuell fünf Prozent über dem Vorjahr. Im Lauenburgischen wurden mit 153 bislang sieben Ausbildungsverträge mehr als im Vorjahr eingetragen. Freie Ausbildungsstellen finden Bewerber aber noch in fast allen Ausbildungsberufen, so zum Beispiel bei den Metallberufen oder den Bankkaufleuten.

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses werben dafür, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Unabhängig vom Schulabschluss gebe es ein interessantes und anspruchsvolles Ausbildungsangebot, engagierte Ausbildungsbetriebe und nach der Ausbildung sehr gute berufliche Perspektiven. 

Von Seiten der Beruflichen Schulen steht den jungen Menschen ein breites Bildungsangebot zur Verfügung. Dazu gehören neben den allgemeinbildenden Abschlüssen mit beruflichem Schwerpunkt die beruflichen Bildungsgänge zum Erzieher, zum sozialpädagogischen Assistenten oder zur Fachkraft für Pflegeassistenz, die in Ahrensburg, Bad Oldesloe und Mölln angeboten werden. Gerade in den Kindertagesstätten wie in den Pflegeeinrichtungen sei der Fachkräftemangel in der Region nach wie vor sehr hoch. Eine Aufnahme zum Sommer 2019 ist in den meisten Bildungsgängen nach wie vor möglich. 

MIGRANTEN IN DER AUSBILDUNG HABEN SPRACHLICHE PROBLEME

Matthias Links, stellvertretender Schulleiter des Regionalen Berufsbildungszentrums in Mölln weist noch einmal darauf hin, dass die Zahl der Jugendlichen, die meist aufgrund eines Fluchthintergrundes über mangelnde Deutschkenntnisse verfügen und sich in der dualen Berufsausbildung befinden, ungebrochen hoch ist. „Wir versuchen mit unterschiedlichen Maßnahmen, wie Zusatzunterricht oder Doppelbesetzung die Geflüchteten in der Berufsausbildung sprachlich gezielt zu fördern“, so Links. 

In der Praxis zeigt sich, dass es für viele junge Migranten aber äußerst schwer ist, dem Unterricht zu folgen und letztlich die Abschlussprüfung zu bestehen, wenn zu Beginn der Ausbildung nicht mindestens die deutsche Sprache auf Niveau B1 beherrscht wird. Das entspricht der Forderung des Bildungsministeriums sowie des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge, die als Voraussetzung für das erfolgreiche Durchlaufen einer dualen Berufsausbildung ebenfalls das Sprachniveau B1 zu Beginn der Ausbildung ansehen.

„VOR DER AUSLANDSREISE NACH DER SCHULE ZUKUNFT PLANEN!“

Bei vielen Jugendlichen liegt es derzeit im Trend, nach dem Schulabschluss eine Zeit im Ausland zu verbringen. Ihnen ist zu raten, sich vorher um eine Ausbildung oder ein Studium nach der Rückkehr zu kümmern. Sonst geht Zeit verloren, weil zum Beispiel Fristen versäumt werden. Die Berufsberater der Agentur, die regelmäßig Sprechstunden in allen Schulen anbieten, sind für die frühzeitige Planung und Beratung die richtigen Ansprechpartner. 

Bei aktuell 598 freien Ausbildungsplätzen im Kreis Herzogtum Lauenburg haben aber auch die Jugendlichen noch Chancen auf eine Lehrstelle, bei denen der Schulabschluss jetzt ansteht und die bei der Berufs- und Ausbildungssuche bislang nicht aktiv geworden sind. Ihnen rät die  Arbeitsagentur, sich bei einem Berufsberater zu informieren, um den richtigen Ausbildungsberuf, die passende Ausbildungsstelle oder eine passende Alternative zu finden.

Termine mit den Berufsberatern können per Mail an badoldesloe.berufsberatung@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 / 4 5555 00 vereinbart werden. 

TOP 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen im Kreis Herzogtum Lauenburg:

Kaufmann/frau im Einzelhandel46 Ausbildungsstellen
Anlagenmechaniker/in Sanitär-, Heiz., Klimatechnik26 Ausbildungsstellen
Verkäufer/in26 Ausbildungsstellen
Fachverkäufer/in Bäckerei22 Ausbildungsstellen
Bäcker/in21 Ausbildungsstellen
Elektroniker/in Energie-/Gebäudetechnik15 Ausbildungsstellen
Konditor/in15 Ausbildungsstellen
Berufskraftfahrer/in15 Ausbildungsstellen
Kaufmann/frau Büromanagement15 Ausbildungsstellen
Fleischer/in14 Ausbildungsstellen

*Hintergrund-Info: Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses sind die Kreishandwerkerschaften Stormarn und Herzogtum Lauenburg, die Handwerkskammer Lübeck, die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, die Beruflichen Schulen aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg, die Jobcenter Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.