Förderprogramm „MitArbeit“ des BMAS

Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose

Langzeitarbeitslose brauchen in der Regel eine individuelle und nachhaltige Unterstützung bei der Integration in Beschäftigung. Unter dem Titel "MitArbeit" hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jetzt ein Gesamtkonzept zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit vorgelegt. Das Förderprogramm schafft seit 2019 für diese Menschen neue Beschäftigungs- und Teilhabechancen auf dem allgemeinen sowie sozialen Arbeitsmarkt. 

Trotz der guten Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind noch immer rund 800.000 Menschen langzeitarbeitslos. Und je länger die Suche nach Arbeit andauert, desto schwieriger wird der Weg zurück in Arbeit. Zwei neue Förderinstrumente (§ 16i und § 16e SGB II) als zentrale Säulen des Konzepts „MitArbeit“ sollen Langzeitarbeitslosen jetzt dabei helfen, persönliche Stärken zu erkennen und passende Arbeitgeber zu finden. In der Folge werden die Arbeitsaufnahme begleitet und nötige Qualifikationen durch individuelle und vertrauensvolle Beratung unterstützt. 

Wie funktionieren die Förderungen?

Arbeitgeber erhalten von der Bundesregierung Lohnkostenzuschüsse, wenn sie Personen der jeweiligen Zielgruppe einstellen.

Die beiden neuen Förderungen betreffen dabei zwei unterschiedliche Zielgruppen. Von der neuen Förderung „Teilhabe am Arbeitsmarkt" können Menschen profitieren, die

  • älter als 25 Jahre alt sind,
  • für mindestens sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Arbeitslosengeld II bezogen haben und
  • in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig beschäftigt waren.

Die andere Zielgruppe umfasst Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind.

Unternehmen, die Personen einstellen, die mehr als sechs Jahre SGB II-Leistungen erhalten haben, werden in den ersten beiden Jahren mit 100 Prozent des Mindestlohns gefördert,  es sei denn, sie sind tarifgebunden oder tariforientiert. Dann wird das tatsächlich gezahlte Arbeitsentgelt berücksichtigt. In jedem weiteren Jahr verringert sich der Zuschuss um zehn Prozent. Die Förderung dauert maximal fünf Jahre. Zudem können während der Förderung erforderliche Qualifizierungen und Praktika bei anderen Arbeitgebern finanziert werden.

Eine Frage der Würde und Teilhabe

Unternehmen, die Personen einstellen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos waren, erhalten einen Zuschuss für zwei Jahre. Im ersten Jahr in Höhe von 75 Prozent des regelmäßig gezahlten Lohns und im zweiten Jahr 50 Prozent. Darüber hinaus können die ehemaligen Langzeitarbeitslosen im gesamten Förderzeitraum Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen nach den allgemeinen Regelungen in Anspruch nehmen. Bei beiden Förderungen unterstützen sogenannte „Coaches" die ehemaligen Langzeitarbeitslosen. Sie helfen bei Problemen am neuen Arbeitsplatz, in der Familie oder bei Schwierigkeiten mit der Organisation des Alltags. 

Mit intensiver Betreuung, individueller Beratung, wirksamer Förderung und der gezielten Suche nach passenden Arbeitgebern schaffen die neuen Förderungen neue Perspektiven für die, die ohne Unterstützung absehbar keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz haben. Denn Arbeit zu haben und für sich selbst sorgen zu können, ist eine Frage der Würde und der Teilhabe. 

Unternehmen, die von der Förderung profitieren wollen, wenden sich an ihr regionales Job-Center. 

www.bmas.de
www.jobcenter-ge.de