Biontis GmbH entwickelt Schadstoff-Adsorber für Trinkwasser

Kleines Tool mit großer Wirkung

Wie sauber ist unser Trinkwasser? Immer neue Schlagzeilen über Verunreinigungen durch Industrie und Landwirtschaft bringen das elementare Nass ins Gerede. Viele Schadstoffe wie Hormone, Medikamente und Weichmacher sowie aus Düngung und Schädlingsbekämpfung werden in den Klärwerken nicht herausgefiltert und landen in den Haushalten. Die Geesthachter Biontis GmbH hat zur Filterung dieser Substanzen einen Adsorber entwickelt, der an den Wasserhahn geschraubt wird - für jedermann erschwinglich. Das kleine Tool könnte eine riesige Sensation werden.

Eigene Technologieplattform und Werkzeuge

Der Biochemiker Dr. Andreas Zucker ist Spezialist auf dem Gebiet der Analytik. In seiner Firma Biontis im Geesthachter Innovations- und Technologiezentrum (GITZ) werden von einzelnen Komponenten bis zum fertigen Verfahren und der dazugehörigen Hardware sämtliche Bausteine für innovative, kostengünstige Analyseverfahren entwickelt – auch alle dafür benötigten Apparaturen und Werkzeuge. „Wir sind ein kleines Team und haben ein starkes Netzwerk“, so Zucker.

Verbindet Biochemie und Analytik: Dr. Andreas Zucker

Mit dem Fokus auf einer schnellen Automatisierung der Analyseprozesse hat das Unternehmen zum Beispiel für die klinische Diagnostik komplette Test-Kits entwickelt. Der Anwender bestückt das Gerät mit Proben, drückt auf Start, und der Rest läuft automatisch. Anwendung finden die Innovationen von Biontis in den Bereichen: Pharmazeutische Forschung Qualitätskontrolle, Umweltanalytik, Lebensmittelanalytik oder Klinische Diagnostik. 

Auf dem Gebiet der Wasserreinigung ist Zucker seit etwa sieben Jahren in Vietnam in verschiedenen Projekten mit Biontis aktiv. Auch nach dem Verbot krebserregender Schädlingsbekämpfungsmittel wie DDT in der westlichen Welt wurden diese in vielen Ländern wie Vietnam bekanntlich weiterhin eingesetzt. „Im Krieg mit den USA sind dann auch DDT-Depots von Bomben getroffen und so das DDT über große Flächen verteilt worden. Dazu kommen großflächige Kontaminationen mit Agent Orange – ein riesiges Problem“, erklärt Zucker. 

Kleiner Adsorber bindet große Mengen Schadstoffe

Die Reinigung mit Aktivkohle ist für diese Substanzen nicht effizient. In der Welt chemischer, molekularer Verbindungen braucht ein Filter bestimmte biochemische Eigenschaften, aber vor allem eine riesige Oberfläche, auf der Moleküle gebunden werden können. Darin besteht – alles in mikroskopischen Dimensionen - die Innovation des Adsorbers von Biontis, den es bereits als wenige Zentimeter große Kapsel oder etwas größer in den ungefähren Ausmaßen eines Eishockey-Pucks oder für industrielle Maßstäbe als noch etwas größere Kartusche gibt. Selbst kleine Adsorber sind in der Lage, mehrere Tausend Liter Wasser wirkungsvoll zu filtern.

Einfach an den Wasserhahn schrauben: Adsorbergehäuse in weiß oder schwarz

„Unsere Adsorber sind für die Entfernung von Schadstoffen wie Hormone oder Pestizide optimiert und arbeiten äußerst effizient“, sagt Zucker lapidar, was sich für Haushalte und Verbraucher zu einer Sensation entwickeln könnte. In diesen Wochen fallen die Entscheidungen für das endgültige Design des Produkts, das im Oktober auf den Markt kommen soll. Für seine Produkte hat Biontis bereits mehrfach auch renommierte Design-Preise erhalten, darunter den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in der Sparte „Innovation & Design“. Dazu Dr. Andreas Zucker: „Natürlich soll es gut aussehen, aber auch beim Design ist das wichtigste Kriterium die Funktionalität.“

So wird der Adsorber in einem formschönen, kleinen Filteraufsatz, der – ähnlich einem Wassersparer – einfach an den Wasserhahn geschraubt wird, auf den Markt kommen. Die Filterkapsel im Inneren ist dann nach bestimmten Intervallen auszuwechseln. Die Vermarktung für die Haushalte übernimmt für Biontis die IWS GmbH aus Lübeck. Dort laufen die Vorbereitungen für den Marktauftritt seit längerem auf Hochtouren.

www.biontis.de