WFL-Serie – Frauen in Führungspositionen

Die Entwicklung unserer Gesellschaft und Berufswelt wird auch vom Wandel der Geschlechterverhältnisse und der Rolle der Frau geprägt. „Frauen sind die besseren Chefs“ belegen wissenschaftliche Studien seit Jahren. Und doch wird die Welt der Wirtschaft – besonders in den Führungsebenen - weiterhin von Männern dominiert. Die WFL schaut hinter die Kulissen und portraitiert Frauen aus dem Herzogtum Lauenburg, die in Führungspositionen „ihre Frau stehen“.

Teil 5 – Ute Borchers-Seelig, Bürgermeisterin in Schwarzenbek

Seit 2014 ist Ute Borchers-Seelig Bürgermeisterin von Schwarzenbek und damit die einzige hauptamtliche Verwaltungschefin des Kreises. Die 59-jährige, vierfache Mutter, die ausgebildete und studierte Fachfrau in den Bereichen Verwaltung und Finanzen ist, bewältigt ihre Führungsaufgabe in der Europastadt im Dialog mit Politik, Mitarbeitenden und vor allem den Bürgern und Bürgerinnen Schwarzenbeks.

Das eigene Team „mitnehmen“

„Wenn ich morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, dauert das oft länger als geplant, weil mich Menschen auf der Straße ansprechen, mir Fragen  stellen oder mir etwas sagen wollen“, erzählt Borchers-Seelig. Transparenz und Bürgernähe waren ihr immer wichtig und das kommt an – beispielsweise, wenn sie sich einmal monatlich auf dem Markt zum „Schwarzenbeker Standpunkt“ zeigt oder bei ihren Sprechstunden jeden Donnerstag im Rathaus.

Gute Kommunikation ist auch der Anspruch für das eigene Team.  Das müsse an Prozessen beteiligt werden und die Entscheidungen mittragen. „Mit diesem Anspruch an die eigene Führungsqualität heben wir Frauen uns wohl etwas von den männlichen Kollegen ab“, vermutet Borchers-Seelig. Natürlich würde sie sich mehr Frauen in Führungspositionen - besonders in der Verwaltung – wünschen und ja, in frauendominierten Berufszweigen wie der Pflege und Kinderbetreuung sei die Besoldung zu niedrig.

Im Rathaus hat die Digitalisierung zu einer großen Beschleunigung der Kommunikationsprozesse geführt. „Alles geht sehr schnell, aus allen Bereichen kommt alles auf uns zu und alle Entscheidungen stehen ja immer unter dem Primat des Finanzieren-Könnens“, erklärt Borchers-Seelig. Aber trotz hohem Druck und einer durchschnittlichen 60-Stunden-Woche kommt Ute Borchers-Seelig jeden Tag gern ins Rathaus und zur Arbeit: „Es ist ein toller Job!“

www.schwarzenbek.de